Tourismus Griechenland bleibt beliebter Urlaubsort

Griechenlands Staatskrise ändert nichts an der Beliebtheit des Landes als Reiseziel. Selbst die kritischen Deutschen halten dem Staat die Treue. Trotzdem verdient das angeschlagene Land weniger Geld mit dem Tourismus als in vergangenen Jahren.

Hamburg - Die Deutschen lassen sich bei ihrer Urlaubsentscheidung von der Schuldenkrise Griechenlands nicht beeindrucken. Das geht aus einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hervor, die das Institut im Auftrag des Reisekonzerns Tui  durchgeführt hat. Demnach gaben 49 Prozent der Befragten an, in den kommenden Jahren in Griechenland Urlaub machen zu wollen. Nur 6,3 Prozent schlossen einen Griechenland-Urlaub angesichts der Krise aus.

Die Buchungszahlen bei Tui bestätigen das. "Wir liegen in unserem Gästeaufkommen insgesamt auf Vorjahresniveau", erklärte Volker Böttcher, Geschäftsführer von Tui Deutschland.

Auch wenn man auf die gesamte Branche blickt, ist kein Knick bei den Touristenzahlen aus Deutschland erkennbar. Der Deutsche Reiseverband erklärte gegenüber manager magazin, dass sich die Buchungen über Reisebüros und Reiseveranstalter "auf Vorjahresniveau" bewegen. Auch die Einreisezahlen der Vorjahre waren demnach stabil: 2,3 Millionen Einreisen aus der Bundesrepublik wurden sowohl 2009 als auch 2008 verzeichnet, nach 2,4 Millionen im Jahr 2007. Somit war 2009 trotz Wirtschaftskrise kein besonders schlechtes Jahr und kann durchaus als Vergleichsgröße dienen.

Was tatsächlich in den vergangenen Jahren zurückging, sind die Tourismuseinnahmen in Griechenland. Das beklagte Martin Knapp von der Deutsch-griechischen Handelskammer in Athen. Er erklärte diesen Trend aber mit der wachsenden zahl von All-inclusive-Touristen, die vor Ort wenig Geld ausgäben.

Die politische Krise nährt auch Hoffnungen auf Rabatte, die vor allem bei kurzfristigen Angeboten gewährt werden, wenn nicht alle Kapazitäten ausgelastet sind. Der Deutsche Reiseverband macht aber wenig Hoffnung, dass diese Rabatte allzu hoch ausfallen könnten. Gegenüber 2009 seien die Preise für Griechenland-Urlaube zwischen 5 und 8 Prozent gesenkt worden. Die Spielräume seien ausgeschöpft.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Tui. Die Preise seien zum größten Teil vor einem Jahr verhandelt worden, die Kataloge sind längst gedruckt. Allerdings sehen sowohl der Reiseverband als auch Tui es sicher gerne, wenn früh gebucht wird - und Spontanurlauber nicht auf Last-Minute-Schnäppchen warten.

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