Mittwoch, 13. November 2019

Great Barrier Reef Chinesischer Frachter "tickende Zeitbombe"

Nach der Havarie eines chinesischen Kohlefrachters droht Australiens Great Barrier Reef eine Umweltkatastrophe. Die "Sheng Neng I" mit 65.000 Tonnen Kohle und 975 Tonnen Öl an Bord sei für das weltgrößte Korallenriff eine tickende Zeitbombe, sagte Gilly Llewellyn vom World Wide Fund of Nature.

Sydney - Bergungsmannschaften waren fieberhaft bemüht, ein Auseinanderbrechen des 230 Meter langen Schiffes zu verhindern, das am Samstag 70 Kilometer östlich von Rockhampton auf Great Keppel Island mit voller Fahrt auf Grund gelaufen war und bislang nur wenig Öl verloren hat. Das Schiff bewege sich noch, teilte die zuständige australische Behörde mit.

Great Barrier Reef: Dem größten Korallenriff der Welt droht eine Umweltkatastrophe
Schlepper waren im Einsatz, um den Frachter zu stabilisieren, der wegen Beschädigungen an Maschine und Ruderanlage nicht selbstständig operieren kann.

Die 975 Tonnen Treibstoff an Bord sind nach Angaben von Umweltschützern besonders gefährlich für die ökologisch sensiblen Meeresorganismen. Zum Schutz des Riffs seien strengere Schutzvorschriften nötig.

Chris Smyth von der australischen Umweltstiftung brachte mit Blick auf die expandierende australische Energiewirtschaft ein Schifffahrtsverbot für die Umgebung des Riffs ins Gespräch. Andere Umweltschützer fordern eine Lotsenpflicht für das Befahren der Region, die von der Unesco als Weltnaturerbe geführt wird.

Die Reederei der "Sheng Neng I" muss mit bis 920.000 Dollar Geldstrafe rechnen, weil sich der Kapitän nicht an die üblichen Routen gehalten hatte. Nach Regierungsangaben gehört das Schiff der Shenzhen Energy Group, einer Tochter der unter dem Namen Cosco bekannten China Ocean Shipping Company.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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