Entlassungen Studie bestätigt Erfolg der Kurzarbeit

Jedes fünfte Unternehmen in Deutschland nutzt angesichts der Krise das Kurzarbeitergeld - aber hilft das auch den Belegschaften? Eine Exklusivstudie des Ifo-Instituts für manager magazin belegt: Nur 15 Prozent der Unternehmen, die laufende Kurzarbeit reduzieren wollen, denken dabei an Entlassungen.

Hamburg - Der Kurzarbeit kommt immer stärker eine Rolle als sozialpolitisches Kerninstrument zu. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen erwägt, die Entlastungen für Unternehmen bei den Sozialabgaben bis ins nächste Jahr zu verlängern, womöglich sogar bis 2012.

Die deutsche Wirtschaft nimmt die Hilfe gerne an. Laut einer Exklusivstudie des Ifo-Instituts für manager magazin nutzen aktuell 22 Prozent der deutschen Unternehmen die Möglichkeit, Teile der Belegschaft mit staatlicher Unterstützung und bei reduzierten, aber fortgesetzten Bezügen pausieren zu lassen. Von diesen Betrieben wird gut die Hälfte in den kommenden Monaten die Kurzarbeit im gegenwärtigen Umfang weiterführen. 14 Prozent von ihnen will die Kurzarbeit sogar ausweiten.

Ein Drittel der betroffenen Unternehmen wird in diesem Zeitraum die Kurzarbeit zurückfahren. Dabei zeigt sich ein weiteres Indiz für den Erfolg des Instruments: Nur 15 Prozent planen für die Reduzierung der Kurzarbeit Entlassungen. Dagegen fühlt sich der überwiegende Teil der Unternehmen, nämlich 85 Prozent, so gestärkt, dass er ohne Kündigungen auskommen will. Die Hoffnung, dass sich mit der Kurzarbeit eine Brücke über das Tal einer Wirtschaftskrise bauen lässt, dank der die Betriebe ihr Personal halten können, scheint sich damit zu erfüllen.

Erhoben hat diese Zahlen das Ifo-Institut bei seiner vierteljährlichen Personalleiterbefragung für den Randstad-Ifo-Flexindex. Für diesen Index befragen die Forscher rund 1000 Manager mit Personalverantwortung in deutschen Unternehmen nach der Bedeutung von Flexibilisierungsinstrumenten, also etwa Überstunden, befristete Verträge oder Zeitarbeit.

In der vorliegenden Studie ist die Bedeutung von Flexibilisierung zum wiederholten Male gesunken. Der Flexindex ging damit im 1. Quartal 2010 auf 10,1 Punkte zurück, nach 11,0 Punkten im Vorquartal. Allerdings erwarten die Personalleiter, dass das Thema bald wieder an Bedeutung gewinnen wird. Einzig im Verarbeitenden Gewerbe hat man sich schon jetzt zunehmend flexibilisiert. Dort stieg der Index von 9,9 auf 11,6 Punkte.

Die wichtigste Maßnahme zur Flexibilisierung von Arbeit ist demnach Arbeitszeitkonten, mit steigender Tendenz. Allein ihre Bedeutung wird derzeit als "hoch" eingestuft. Dagegen ist die von Outsourcing, freier Mitarbeit, Zeitarbeit und Minijobs "niedrig".

Was die Kurzarbeit angeht, scheinen derzeit alle Unternehmen, die sich dafür interessieren könnten, versorgt zu sein. Nur 4 Prozent der Firmen ohne Kurzarbeitsprogramm beabsichtigen, das Instrument in absehbarer Zeit einzuführen.

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