Pharmabranche Teva kauft Merckle-Firma Ratiopharm

Das monatelange Verkaufsgerangel um den Ulmer Arzneimittelhersteller Ratiopharm ist entschieden. Der zu der hoch verschuldeten Industriellenfamilie Merckle gehörende Generikahersteller geht an an den israelischen Konkurrenten Teva.

Ulm - Der Ulmer Generikahersteller Ratiopharm wird an den israelischen Konkurrenten Teva Pharmaceuticals  verkauft. Das teilte Teva am Donnerstag mit. Der Verkaufspreis liegt - inklusive Schulden - bei 3,625 Milliarden Euro.

Die Übernahme müsse noch von den zuständigen Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Teva geht allerdings von einem Abschluss bis zum Ende des Jahres aus.

Nach der Übernahme hätten beide Unternehmen zusammen einen Umsatz von 16,2 Milliarden Dollar. Damit ist Teva die Nummer eins am europäischen Generikamarkt und wird weltweit rund 40.000 Mitarbeiter beschäftigen. Teva erwartet durch die Übernahme in den nächsten drei Jahren Synergieeffekte von mindestens 300 Millionen Euro. Finanziert werde der Kauf unter anderem über Kreditlinien.

Der Verkauf für die Ratiopharm-Mitarbeiter wieder Sicherheit bringen. "Wir hatten das Glück, dass alle drei Bieter, die am Schluss mit dabei waren, gesagt haben, dass der Standort erhalten bleiben soll", sagte Hans-Joachim Ziems, Geschäftsführer des bisherigen Ratiopharm-Eigentümers VEM Holding am Donnerstag in Köln vor Journalisten. "Wir sind sehr glücklich, dass wir mit Teva einen Käufer gefunden haben, der das Generikageschäft versteht."

Die letzten Monate seien für Ratiopharm "eine sehr bewegte Zeit gewesen", erklärte Oliver Windholz, Vorsitzender der Ratiopharm-Geschäftsführung. "Es ist eine gute Lösung für Ratiopharm und auch für die Mitarbeiter. Wir freuen uns, dass wir Teil der Wachstumsstrategie von Teva sind."

Den Bieterkampf verloren hat der isländische Konzern Actavis, der zur Finanzierung des Kaufs auf Unterstützung des größten Gläubigers, der Deutschen Bank , angewiesen war. Zudem ging der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer  leer aus. Die finanziell angeschlagene Merckle-Gruppe, zu der Ratiopharm gehört, will mit dem Verkauf ihre Schulden tilgen. Sie war durch die Wirtschaftskrise und Spekulationen mit VW-Aktien in Schieflage geraten.

manager magazin mit Material von reuters und dpa