Kräftiger Lohnzuschlag Bahngewerkschaften fordern 6 Prozent mehr

"Eine Lohnpause wäre das falsche Signal": Trotz Wirtschaftskrise starten die Bahngewerkschaften mit einer kräftigen Gehaltsforderung in die anstehende Tarifrunde. Insgesamt verlangen Transnet und GDBA ein Plus von 6 Prozent.

Berlin - Die Deutsche Bahn sieht sich mit einer kräftigen Lohnforderung ihrer beiden wichtigsten Gewerkschaften konfrontiert. Transnet und GDBA gehen mit einem Gesamtpaket im Wert von sechs Prozent Entgelterhöhung in die anstehende Tarifrunde. "Eine Lohnpause wäre in der aktuellen Situation das völlig falsche Signal", erklärten der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner und GDBA-Vizechef Heinz Fuhrmann am Mittwoch in Berlin.

Das Forderungspaket setzt sich aus Einkommenserhöhungen und Arbeitserleichterungen zusammen. Details wurden aber zunächst nicht bekannt.

Die Tarifverträge laufen am 31. Juli aus. Parallel zur Lohnrunde für 120.000 Mitarbeiter der Deutschen Bahn werden in diesem Jahr auch Verhandlungen über eine Verlängerung des Beschäftigungsbündnisses aufgenommen, das sonst am Jahresende ausläuft. Davon sind 160.000 Mitarbeiter betroffen.

Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags solle zwölf Monate betragen, erklärten Fuhrmann und Kirchner. Im Mittelpunkt stehe die Forderung nach einer realen Einkommenserhöhung. Hinzu kommen Verbesserungen bei Zulagen und Arbeitszeit.

"Trotz Krise hohe Gewinne"

Spielräume für Entgelterhöhungen seien bei der Deutschen Bahn vorhanden, meinten die Funktionäre. "Trotz der Krise wird der Konzern in der kommenden Woche wieder einen sehr hohen Gewinn verkünden. Das ist vor allem auf die Leistung der Beschäftigten zurückzuführen." Auch seien Entgelterhöhungen zur Stabilisierung der Massenkaufkraft und damit der Binnennachfrage notwendig. Dabei solle es eine soziale Komponente geben, die den unteren Tarifgruppen einen höheren Zuwachs sichere.

Die Arbeitnehmerorganisationen fordern darüber hinaus eine Erhöhung von Zulagen für Beschäftigte im Schicht- und Wechseldienst. "Die Belastungen durch ungünstige Schichtlagen haben zugenommen. Dafür muss es eine Kompensation geben", erklärten Kirchner und Fuhrmann. Ferner soll über die bestehenden tariflichen Regelungen zur Altersteilzeit verhandelt werden, um sie an neue Gesetze anzupassen.

manager magazin mit Material von apn

Mehr lesen über