Dräger Familie trägt Kapitalerhöhung mit

Stefan Dräger nimmt erstmals Stellung zu der bevorstehenden Kapitalerhöhung bei dem Lübecker Medizin- und Sicherheitstechnikunternehmen. Im Interview mit manager magazin versichert der Vorstandschef, dass die Familie Dräger "die Kapitalerhöhung in einem nicht zu vernachlässigenden Umfang mittragen" wird.

Hamburg - Die Aufstockung des Kapitals ist notwendig, weil Dräger  und Siemens  Ende 2009 ihr Medizintechnik-Joint-Venture beendet haben. Dräger übernimmt den 25-Prozent-Anteil von Siemens und muss dafür bis zu 300 Millionen Euro aufbringen. Ohne Aufstockung des Kapitals würde die Eigenkapitalquote von jetzt 33 Prozent auf gut 20 Prozent sinken.

An dem im TecDax  notierten Unternehmen halten die Familie Dräger und eine Stiftung bislang 50 Prozent der Anteile in Form von Stammaktien. Die andere Hälfte liegt bei freien Vorzugsaktionären.

Die Dräger-Aktie war bis zum Sommer 2009 tief gefallen. Zur Ursache des Absturzes sagt Dräger: "Wir haben in der Vergangenheit Fehler gemacht. Der Umsatz war uns wichtiger als die Profitabilität." Das Unternehmen verdiene "gerade so eben" seine Kapitalkosten, die Eigenkapitalrendite sei "unbefriedigend".

Dräger verweist im neuen manager magazin, das ab Freitag (19. März) im Handel erhältlich ist, darauf, dass das im vergangenen Sommer aufgelegte Turnaround-Programm schneller gegriffen habe als erhofft. Zudem spürt das Unternehmen "seit dem vierten Quartal einen signifikanten Auftragsschub". Beide Effekte führten zu einem rasanten Anstieg des Börsenkurses.

Der Vorstandsvorsitzende nimmt gegenüber manager magazin auch Stellung zur dominanten Rolle, die seine Ehefrau Claudia Dräger im Unternehmen spielt, und zur mangelnden Corporate Governance. "Es kommt öfters vor", sagt Dräger, "dass wir einen Weg gehen, den kein anderer geht, der aber für uns der richtige ist."