Dienstag, 17. September 2019

Streit um Währungsmanipulation China keilt zurück

Zwischen Peking und Washington wird der Ton schärfer. China will seine Währung Yuan stabil zum Dollar halten, wirft den USA Protektionismus vor und äußert sich besorgt um seine Billionen-Geldanlage. Amerika fordert freie Wechselkurse - und könnte die Chinesen bald offiziell der "Währungsmanipulation" bezichtigen.

Peking - China will am festen Wechselkurs des Yuan nicht rütteln. Ministerpräsident Wen Jiabao wies am Sonntag den Druck der USA und der Europäer, die chinesische Währung aufzuwerten, entschieden zurück. "Ich halte ihn nicht für unterbewertet", sagte der Regierungschef zum Kurs des Yuan auf einer Pressekonferenz zum Abschluss der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking.

Schwache Währung für starke Exporte: Der niedrige Yuan macht chinesische Produkte im Ausland billiger
Die USA und andere Länder halten die chinesische Währung für unterbewertet und fordern, den Yuan aus der engen Anbindung an den Dollar zu lösen. Sie werfen China vor, sich mit dem Währungsmanöver ungerechtfertigte Wettbewerbsvorteile auf den Weltmärkten zu verschaffen.

Erst vor ein paar Tagen erneuerte US-Präsident Barack Obama die Kritik an China und forderte einen marktorientierten Yuan-Kurs. Zudem erklärte US-Senator Charles Schumer, er sähe keinen Grund, warum die USA die Volksrepublik nicht als Währungsmanipulator bezeichnen sollten. Die Entscheidung über die Wortwahl für den den halbjährlichen Bericht des Finanzministeriums soll am 15. April fallen. In den kommenden Tagen will Schumer einen Gesetzentwurf überarbeiten, um mögliche Strafmaßnahmen vorzubereiten.

Wen Jiabao warf den USA Protektionismus vor. "Ich verstehe nicht, wenn Länder ihre Währung abwerten, um ihren Export zu fördern, und dann andere Länder zwingen, ihre Währung aufzuwerten."

Der Regierungschef zeigte sich wegen des instabilen Dollars und der Wirtschaftslage in den USA besorgt über die chinesischen Anlagen in US-Schatzanleihen. Ende des Jahres hielt China nach amerikanischen Angaben rund 755 Milliarden Dollar in den Papieren. "Ich habe vor einem Jahr gesagt, ich mache mir Sorgen, und ich sage heute, ich mache mir Sorgen", sagte Wen Jiabao. Die USA sollten "konkrete Maßnahmen" ergreifen, um die Investoren zu beruhigen. Experten berichteten, dass China seine Devisenreserven im Wert von mehr als zwei Billionen Dollar zusätzlich auch über Banken in US- Schatzanleihen anlege.

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