Umsatzeinbruch Post will mit E-Brief gegensteuern

Die Deutsche Post hat sich 2009 in die Gewinnzone gerettet, obwohl die Unternehmenssparten Express und Global Forwarding unter dem weltweiten Konjunktureinbruch litten. Die Konkurrenz durch E-Mails setzt der Briefsparte immer stärker zu. Die Post will ab Sommer mit einem E-Brief gegensteuern.

Bonn - Im laufenden Jahr werde der Betriebsgewinn (Ebit) vor Einmaleffekten des Geschäftsbereichs auf 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro fallen nach 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2009, kündigte der ehemalige Staatsmonopolist am Dienstag in Bonn an. "Das Briefgeschäft ist in der Tat im Wandel begriffen", erklärte Post-Chef Frank Appel, der Bereich werde jedoch auch in den kommenden Jahren eine starke Ertragssäule für den Konzern bleiben. "Totgesagte leben länger", sagte Appel.

Da besonders Geschäftskunden immer öfter E-Mails statt Briefe schreiben, will die Post ab Sommer mit einem E-Brief gegensteuern, der nur registrierten Nutzern offenstehen und so mehr Sicherheit als herkömmliche E-Mails bieten soll.

Zudem kündigte Appel verstärkte Anstrengungen an, um die Kosten des Geschäftsbereichs langfristig zu senken. Das Konzernergebnis hochtreiben wird der Briefbereich, der für den Bonner Konzern über Jahre ein sicherer Gewinnbringer war, aber auf absehbare Zeit nicht mehr.

Für 2010 erwartet Appel vor allem "kräftige Ergebnisverbesserungen in den DHL-Bereichen". Das Ebit der Logistiksparte werde sich mehr als verdoppeln auf 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro von rund 400 Millionen Euro 2009. Damit würden die Sparten Brief und Logistik erstmals in der Geschichte des Unternehmens etwa zu gleichen Teilen zum Ergebnis beitragen.

Umsatzeinbruch im Krisenjahr

Der Umsatz fiel 2009 um 15,2 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Der operative Gewinn (Ebit) vor Einmaleffekten sank um 26,8 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro.

Unter dem Strich schrieb die Post mit einem Überschuss von 644 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen, nachdem 2008 wegen Kosten für die Sanierung des defizitären US-Expressgeschäfts ein Verlust von 1,7 Milliarden Euro angefallen war. Die Dividende für 2009 soll konstant bei 0,60 Euro pro Aktie bleiben.

Analysten enttäuscht, Post-Aktie unter Druck

Aktien der Deutschen Post  sind am Dienstag nach Zahlen bei Lang & Schwarz (L&S) um 3,16 Prozent auf 12,400 (Xetra: 12,805) Euro abgerutscht. Der Logistiker hat einer ersten Händlereinschätzung zufolge mit seiner Bilanzvorlage enttäuscht.

Die Zahlen für 2009 seien unter den Erwartungen der Analysten geblieben und die Zielsetzung für 2010 sei ebenfalls schwächer als erwartet ausgefallen, sagte der Händler in einer ersten Einschätzung.

manager magazin mit Material von ap, dpa-afx und reuters

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