Montag, 17. Februar 2020

Daimler-Vorstand Weniger Geld für Zetsche und Co.

Die Vorstandsriege des Autoherstellers Daimler hat im Krisenjahr 2009 deutlich weniger verdient. Die Summe der Bezüge ging auf 11,8 von 16,6 Millionen Euro zurück, wie der Konzern in seinem am Mittwoch veröffentlichten Geschäftsbericht mitteilte - die Bonuszahlungen wurden allerdings trotz des Milliardenverlusts erhöht.

Stuttgart - Der Rückgang der Geamtbezüge ist einerseits auf einen freiwilligen Gehaltsverzicht der Manager zurückzuführen. Seit Mai 2009 verzichten die Vorstandsmitglieder wegen der anhaltend negativen Geschäftsentwicklung bei Daimler Börsen-Chart zeigen auf 15 Prozent ihrer Grundvergütung. Die Regelung gilt bis Ende Juni.

Andererseits beruht der Rückgang aber auch darauf, dass die Grundvergütung wegen der Vorstandsverkleinerung insgesamt schrumpfte. Dagegen wurde der Jahresbonus bei den verbliebenen Managern trotz des Milliardenverlustes im vergangenen Jahr erhöht.

Die Bezahlung der Daimler-Vorstandsmitglieder setzt sich aus einer fixen Grundvergütung, einem Jahresbonus sowie einer variablen Vergütung zusammen, die auf mittel- und langfristige Ziele ausgelegt ist - zusammen eine Summe von 10,6 Millionen Euro. Dazu kommen zu versteuernde geldwerte Vorteile für Dienstwagen sowie Aufwendungen für Sicherheitsdienstleistungen.

Vorstandschef Dieter Zetsche kam 2009 den Angaben zufolge auf Bezüge von insgesamt 4,2 Millionen Euro - Grundvergütung, Jahresbonus und die langfristig angelegten Aktienoptionen zusammengenommen. 2008 lag Zetsches Jahresverdienst noch bei fast fünf Millionen Euro, ein Jahr zuvor sogar bei 10,2 Millionen Euro. Zetsches Jahresbonus für 2009 lag mit 689.000 Euro allerdings deutlich über der 2008er-Zahlung von knapp einer halben Million Euro.

Für die Jahresboni ist bei Daimler der operative Gewinn (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) maßgeblich. 2009 fiel hier ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro an nach einem Gewinn von 2,7 Milliarden im Jahr 2008. Auch unter dem Strich hatte es rote Zahlen gegeben. Dass die Boni nun trotzdem erhöht wurden, begründete Daimler im Geschäftsbericht mit dem hohen Free Cash Flow des Industriegeschäfts.

Den Aktionären will Daimler für 2009 die Dividende streichen - erstmals seit 14 Jahren. Das solle aber kein Signal für die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr sein, hatte der Vorstand erklärt. 2010 soll es operativ wieder schwarze Zahlen geben.

manager magazin mit Material der Nachrichtenagenturen

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