Sonntag, 26. Januar 2020

Ukraine Wirtschaft stürzt um 15 Prozent ab

Für die ukrainische Wirtschaft fällt die Krisenbilanz verheerend aus. Das osteuropäische Land hat 2009 den schärfsten Konjunktureinbruch seit 15 Jahren erlitten. Die Stahlnation hängt am Tropf des Internationalen Währungsfonds. Immerhin gibt es Aussicht auf bessere Beziehungen zum Nachbarn Russland.

Kiew - Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte um 15 Prozent, wie das Wirtschaftsministerium am Dienstag in Kiew mitteilte. Dem 1991 von der Sowjetunion unabhängig gewordenen Staat macht die in der Finanzkrise massiv eingebrochene Nachfrage nach seinen Hauptexportgütern Stahl und Chemikalien auf den Weltmärkten zu schaffen.

Bettlerin in Kiew: Die Ukraine ist eines der ärmsten Länder Europas, zusätzlich brach die Nachfrage nach ihren Produkten dramatisch ein
Dieses Jahr soll das Land wieder wachsen, das der Internationale Währungsfonds (IWF) mit Milliardenhilfen vor der Pleite bewahrt hat. Dennoch dürfte bei einem BIP-Plus von voraussichtlich 2,6 Prozent nur ein Bruchteil des Konjunktureinbruchs wettgemacht werden. Die Ukraine, zweitgrößtes Flächenland Europas, hat gemeinsame Grenzen mit Russland und mehreren EU-Mitgliedern und ist ein wichtiges Transitland für die Lieferung russischen Erdgases in die EU.

Der Wahlsieger bei der Präsidentenwahl, Viktor Janukowitsch, hat bereits angekündigt, die Beziehungen seines Landes zu Russland festigen und einen neuen Gasstreit vermeiden zu wollen. Mehrfach hatte Streit zwischen den Regierungen in Moskau und Kiew über Einfuhr und Transit von Gas die Versorgung Westeuropas beeinträchtigt.

manager magazin mit Material von reuters

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