Mittwoch, 22. Januar 2020

Porsche Staatsanwalt verschärft Ermittlungen

Verdacht der Kursmanipulation: Offensichtlich gehen die Ermittlungen gegen Porsche und die Maple Bank viel weiter als bisher bekannt. Laut Medienberichten wurden nicht nur die Häuser von Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinem Finanzvorstand Holger Härter durchsucht, sondern auch die von mindestens acht weiteren Managern.

Hamburg - Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaften Stuttgart und Frankfurt am Main gegen Porsche und die Maple Bank sind offenbar umfangreicher als bislang bekannt. Die Staatsanwälte hätten nicht nur die Privathäuser der entlassenen Porsche-Manager Wendelin Wiedeking und Holger Härter durchsucht, sondern auch das Haus eines Bilanzexperten von Porsche, berichtete das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL. Bei der Maple Bank in Frankfurt, über die Porsche den Einstieg beim VW-Konzern abwickelte, hätten sieben Manager Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen.

Nachspiel: Wiedekings Versuch der VW-Übernahme beschäftigt zwei Staatsanwaltschaften
Laut Durchsuchungsbeschluss gingen die Ermittler unter anderem dem Vorwurf nach, Porsche und die Maple Bank hätten "vorsätzlich und gemeinschaftlich" den Kurs der VW-Aktie manipuliert. Als Beleg würden zum Beispiel die Aktienkäufe und -verkäufe am 7. Mai und am 2. Juni 2009 angeführt. Die Bank habe den Börsenpreis der VW-Aktie je nach der eigenen Interessenlage erhöht oder gedrückt, heiße es im Durchsuchungsbeschluss.

Ziel könnte es gewesen sein, dass die VW-Aktie nicht zu stark fällt, weil Porsche für die bereits erworbenen VW-Aktien dann außerplanmäßige Abschreibungen hätte vornehmen müssen. Das VW-Papier sollte aber auch nicht zu stark steigen, weil Porsche dann zu viel für weitere Aktienkäufe hätte zahlen müssen, berichtete das Magazin.

Die Maple Bank will laut "Spiegel" auf Anfrage zum Ermittlungsverfahren und zu Kundenbeziehungen grundsätzlich nichts sagen, betonte aber, ihre Geschäfte "stets im Einklang mit sämtlichen rechtlichen Vorgaben zu betreiben".

Für Porsche hat der Tübinger Strafrechtler Joachim Vogel die Vorgänge untersucht. Er habe dem Aufsichtsrat der Porsche Automobil Holding SE berichtet, es gebe "keine tragfähigen Anhaltspunkte" dafür, dass das Verhalten von Porsche beim VW-Einstieg "von September 2005 bis heute kapitalmarkt- oder strafrechtlich zu beanstanden ist".

manager magazin mit Material von ddp

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