Wirtschaftserholung Deutschlands Exporteure überraschen

Die Bundesrepublik hat ihren Titel als Exportweltmeister zwar verloren, dennoch sind die Ausfuhren der hiesiegen Unternehmen im dritten Monat in Folge gestiegen - und das macht sich in der Handelsbilanz der Bundesrepublik bemerkbar. Deutschland erhält einen kleinen Wachstumsschub durch den Export, urteilen Wirtschaftsexperten.

Wiesbaden - China hat Deutschland den Rang des weltgrößten Exporteurs abgejagd, wie heute das Statistische Bundesamt bestätigte. Aber die deutsche Exportindustrie scheint dennoch auf dem Weg der Erholung: Nach Angaben der Bundesstatistiker legten die Ausfuhren der hiesigen Unternehmen im vergangenen November um 1,6 Prozent verglichen mit dem Vormonat zu. Das war auf Monatssicht der dritte Anstieg in Folge.

Damit ist der deutsche Außenhandel auf dem Weg einen erkennbaren Teil des Volumens aufzuholen, den er in der Wirtschaftskrise verloren hat. Im November gingen die Ausfuhren ins Ausland nur noch um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im dritten Quartal von Juli bis September waren die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr noch um fast 20 Prozent eingebrochen.

Die Importe lagen im November laut Statistik bei einem Wert von 56,3 Milliarden Euro, dies war ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14,8 Prozent. Auch im Vergleich zum Oktober nahm der Wert der Einfuhren ab, und zwar um 5,9 Prozent.

"Der Außenhandel trägt wieder deutlich zum Wirtschaftswachstum im vierten Quartal bei, weil die Exporte und der Außenhandelsüberschuss gestiegen sind. Wir halten im Schlussquartal jetzt ein Wirtschaftswachstum von bis zu einem Prozent für möglich", sagte Goldman-Sachs-Volkswirt Dirk Schumacher zu den neuesten deutschen Wirtschaftsdaten.

"Der Exportanstieg ist deutlich stärker als erwartet. Überraschend ist aber auch, dass die Importe noch einmal so stark zurückgegangen sind. Der Handelsbilanzüberschuss hat sich unerwartet stark ausgeweitet", sagte auch Dekabank-Analyst Sebastian Wanke zu den hiesigen Handelszahlen. "Das bedeutet, dass im vierten Quartal noch einmal ein richtig starker Schub vom Außenhandel gekommen ist."

Der Überschuss in der deutschen Handelsbilanz hat im November 2009 17,4 Milliarden Euro betragen, nach 13,4 Milliarden Euro im Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Auch auf Jahressicht stieg der Überschuss: Im November 2008 hatte er noch bei 10,0 Milliarden Euro gelegen. Auf Jahressicht ergaben sich sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen nach wie vor Rückgänge.

"Deutschland profitiert von der Belebung des Welthandels. Das ist ein sehr positives Zeichen. Der Außenhandel dürfte 2010 wieder eine wesentliche Stütze der Wirtschaft sein", kommentierte Sal.-Oppenheim-Expertin Ulrike Kastens den Exportanstieg im November des Vorjahres.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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