Plastikgeldpanne Sparkassen entschädigen EC-Kartenkunden

Millionen EC-Karten sind ausgefallen, hunderttausende Bundesbürger waren aufgeschmissen. Deshalb hat der Deutsche Sparkassen und Giroverband jetzt reagiert. Er will Bankkunden entschädigen, die von der Bankkartenpanne betroffenen waren - und sind. Denn beim elektronischen Zahlen im Handel gibt es weiter Probleme.

Hamburg - Nach den millionenfachen Funktionsausfällen von EC- und Kreditkarten mit Sicherheitschip hat der Deutsche Sparkassen und Giroverband Ersatzleistungen für betroffene Karteninhaber angekündigt. Verbandspräsident Heinrich Haasis kündigt in der "Bild"-Zeitung an, dass die Unternehmen seines Verbandes für entstandene Kosten aufkommen.

"Sparkassen und Landesbanken werden den Karteninhabern die Gebühren ersetzen, die dadurch entstanden sind, dass sie auf andere Zahlungsmittel ausweichen mussten." Haasis entschuldigte sich bei den Kunden und erklärte:" Selbst wenn Verantwortlicher des Fehlers ein externes Programmierhaus ist, können Kunden von Sparkassen und Landesbanken erwarten, dass ihnen eine fehlerfreie Leistung zur Verfügung gestellt wird."

Seit dem Jahreswechsel funktionieren über 30 Millionen Giro- und Kreditkarten nicht mehr richtig. Am stärksten leiden Kunden der öffentlich-rechtlichen Banken unter dem "2010"-Problem. Das Abheben am Geldautomaten soll nach Branchenangaben inzwischen wieder möglich sein. Mit dem elektronischen Zahlen in Kaufhäusern und Supermärkten gebe es jedoch weiter Probleme.

Die Panne könnte nach Informationen des "Handelblatts" für Institute ohnehin finanziell zur Belastung werden. Mehrere Beteiligte von Zahlungsverkehrsdienstleistern, Branchenverbänden und einzelnen Banken bestätigten dem Blatt zufolge, dass mittlerweile zur Behebung der Panne auch ein Austausch der Karten diskutiert werde.

Würden alle rund 30 Millionen fehlerhaften Karten ersetzt, käme auf die deutschen Banken insgesamt vermutlich ein dreistelliger Millionenbetrag zu - möglicherweise mehr als eine Viertelmilliarde Euro.

Der Zentrale Kreditausschuss dementierte entsprechende Überlegungen laut "Handelsblatt" nicht. "Es werden momentan die langfristigen Optionen geprüft", sagte eine Sprecherin demnach. Entscheidungen seien noch nicht gefallen.

manager-magazin.de mit Material von afp und reuters