Montag, 6. April 2020

Exportweltmeister China entthront Deutschland

China zeigt Stärke. Der asiatische Staat hat die Bundesrepublik nach eigenen Berechnungen von der Spitze der globalen Exportnationen verdrängt. Zugleich sei die Wirtschaftsleistung Chinas so stark gestiegen, dass es auch in der Rangliste der weltweit bedeutendsten Volkswirtschaften vorrückte - und die bisherige Nummer zwei Japan überrundete.

Hamburg - Deutschland hat seinen Status als Exportweltmeister verloren. Nach Angaben der chinesischen Zollverwaltung erreichten die Ausfuhren Chinas trotz der weltweiten Wirtschaftskrise bis November ein Volumen von 1071 Milliarden Dollar. Das sind umgerechnet rund 746 Milliarden Euro. Damit dürfte China den Deutschen bereits im Oktober den prestigeträchtigen Rang des Exportweltmeisters abgelaufen haben, wie Experten am Mittwoch berichteten.

Chinesische Ausfuhren: Deutschland verliert Titel des Exportweltmeisters
"Die Zahlen zeigen, dass China 2009 mit einem leichten Vorsprung der größte Exporteur geworden ist", sagte Ben Simpfendorfer von der Royal Bank of Scotland Börsen-Chart zeigen. China hatte Deutschland schon 2007 als weltweit drittgrößte Volkswirtschaft eingeholt.

Allen Erwartungen nach dürfte China in diesem Jahr auch Japan überholen und zur zweitgrößten Wirtschaftsnation hinter den USA aufsteigen. "Deswegen ist es nur normal, dass China Deutschland als größter Exporteur der Welt eingeholt hat", sagte Professor Liu Lingling vom Institut für Wirtschaft und Management an der renommierten Pekinger Qinghua-Universität.

China habe seine Wirtschaft mit heimischer Nachfrage, Investitionen und Außenhandel aus der Krise gezogen. Deutschland stünden nicht so viele Mittel im Kampf gegen den Abschwung zur Verfügung, sagte der Wissenschaftler. Die Krise habe allerdings viele kleinere chinesische Unternehmen etwa in der Textil- und Elektronikbranche hart getroffen. Doch bei mechanischen und elektrischen Produkten habe es besser ausgesehen.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journals" exportierte China in den ersten zehn Monaten des Jahres 2009 Waren im Wert von 957 Milliarden Dollar, während Deutschland auf 917 Milliarden Dollar kam. Das Blatt berief sich auf Angaben der Genfer Global Trade Information Services. In der Krise seien die chinesischen Exporte in den ersten zehn Monaten zwar um 20,4 Prozent gesunken, aber damit weniger stark als die deutschen Ausfuhren mit einem Minus von 27,4 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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