Japan Airlines Regierung verdoppelt Kreditlinie

Der japanische Staat rettet die Fluggesellschaft Japan Airlines abermals vor der Insolvenz. Ein neuer Überbrückungskredit soll bis Ende Januar reichen. Dann entscheidet eine Auffanggesellschaft, wie es weiter geht. Laut Presseberichten gibt es mehrere Kaufinteressenten.

Tokio - Die ums Überleben kämpfende Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL)  soll mit weiteren Überbrückungskrediten über Wasser gehalten werden. Die staatseigene japanische Entwicklungsbank werde ihre Kreditlinie auf 200 Milliarden Yen (1,5 Milliarden Euro) verdoppeln, gab die Regierung am Sonntag bekannt. Damit solle die laufende Finanzierung der Fluglinie sichergestellt werden, bis zum Ende des Monats Januar ein Restrukturierungsplan ausgearbeitet sei.

Der Beschluss erfolgte am Tag vor Beginn des neuen Börsenjahres, nachdem massive Spekulationen um eine Insolvenz die Aktie der größten Fluglinie Japans kurz vor dem Jahreswechsel um ein Viertel hatten einbrechen lassen.

Der stellvertretende Regierungschef Naoto Kan, Transportminister Seiji Maehara und andere mit der Sanierung der Fluggesellschaft beauftragte Minister hätten sich bei einem Treffen am Sonntag auf die Verdopplung der Kreditlinie geeinigt, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Die Regierung werde jedoch keine Garantien für die geplanten Überbrückungskredite der Entwicklungsbank übernehmen, bis die staatliche Sanierungsgesellschaft Enterprise Turnaround Initiative Corp. of Japan zum Ende des Monats über ein Finanzierungspaket für die marode Fluglinie entscheidet.

In der Regierung soll es jedoch unterschiedliche Ansichten darüber geben, was mit JAL geschehen soll. Manche Kabinettsmitglieder sollen für ein Insolvenzverfahren sein, während Verkehrsminister Seiji Maehara dies ablehne. Nach seiner Ansicht gibt es auch andere Optionen.

Das Unternehmen erhielt außerdem Investmentangebote von Delta Airlines  und American Airlines. Die japanische Zeitung "Yomiuri Shimbun" berichtete zudem, Japan Airlines werde möglicherweise das Geschäft mit internationalen Strecken abgeben. Die Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA)  erwäge, das internationale Geschäft des verschuldeten Konkurrenten zu übernehmen. ANA wolle damit die Überseeverbindungen vor allem nach Europa und in die USA stärken.

Die einstige japanische Staatsairline fliegt schon seit langem in schweren Turbulenzen - in vier der vergangenen fünf Geschäftsjahre gab es Verluste. Im ersten Halbjahr des noch bis zum 31. März laufenden Geschäftsjahres verbuchte JAL ein Minus von 131,2 Milliarden Yen.

manager magazin mit Material von dpa-afx

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