Zwischenbilanz Firmen missbrauchen Kurzarbeit

Eine Zwischenbilanz der Bundesagentur für Arbeit bringt es an den Tag: Firmen in Deutschland haben das Instrument der Kurzarbeit missbraucht. Aktuell ermitteln die Staatsanwaltschaften bundesweit gegen 132 Unternehmen, heißt es in einem Magazinbericht.

Hamburg - Die Staatsanwaltschaften ermitteln nach einem "SPIEGEL"-Bericht bundesweit derzeit gegen 132 Unternehmen wegen des wahrscheinlichen Betrugs bei der Kurzarbeit. Unter den Verdächtigen seien allerdings keine Dax-Konzerne, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin am Sonnabend vorab unter Berufung auf die Bundesagentur für Arbeit (BA). In 80 Prozent der Fälle gehe es um Betriebe mit weniger als 100 Mitarbeitern.

Insgesamt ergab eine BA-Zwischenbilanz 846 Verdachtsfälle bei den Regionaldirektionen. In diesen Fällen lägen Hinweise oder Anzeigen vor, die von den Agenturen überprüft werden müssen. In zwei Drittel der Fälle seien manipulierte Arbeitszeitaufzeichnungen als Verdachtsmoment ausgemacht worden, in 40 Fällen gehe es um eine mögliche Vorenthaltung des Kurzarbeitergelds durch den Arbeitgeber gegenüber den Beschäftigten. In bislang 186 Fällen habe sich der Anfangsverdacht nicht bestätigt.

BA-Chef Frank-Jürgen Weise hatte der Nachrichtenagentur ap gesagt, gemessen an der Gesamtzahl liege die Zahl der Verdachtsfälle bei deutlich unter einem Prozent. "Zwar ist jeder Einzelfall nicht zu akzeptieren. Aber es ist kein Phänomen, bei dem man sich jetzt große Sorgen zu machen braucht", betonte er. Ohne Kurzarbeit wären im Jahr 2009 nach Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit rund 300.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.

manager-magazin.de mit Material von ap

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