Prognose 2010 Autoabsatz steigt um mehr als 4 Prozent

Dank starker Nachfrage in den USA und China wird der weltweite Autoabsatz in diesem Jahr um mehr als 4 Prozent klettern, sagt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Für Westeuropa erwartet der Autoforscher dagegen einen Rückgang um 7 Prozent, in Deutschland werde der Absatz nach dem Wegfall der Abwrackprämie gar um 26 Prozent einbrechen.

Hamburg/Essen - Trübe Aussichten für Europas Automärkte: Im neuen Jahr werden nach einer Prognose des bekannten Autoforschers Ferdinand Dudenhöffer in Westeuropa fast eine Million Autos weniger verkauft als 2009. Dagegen steigen die Absatzchancen in China, den USA und Russland.

"Die Autowelt wird derzeit neu geordnet. Dies hat Konsequenzen für die Produktionsstandorte", heißt es in der am Freitag veröffentlichten Studie des Car-Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen. Dank Abwrackprämie und Konjunkturprogrammen war 2009 dagegen trotz der Wirtschaftskrise das sechstbeste Verkaufsjahr für Autos weltweit.

Absatz in Deutschland wird um 26 Prozent einbrechen

In Deutschland wurden dank der Prämie 3,8 Millionen Autos verkauft, 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2010 erwartet der Experte einen Einbruch der Nachfrage um 26 Prozent auf 2,8 Millionen Autos.

Im vergangenen Jahr wurden der Studie zufolge weltweit 52,8 Millionen Autos verkauft, 5,4 Prozent weniger als im Vorjahr. "Das Ergebnis ist aber deutlich besser als noch vor zwölf Monaten erwartet", betonte der Autoexperte. "Der große Einbruch ist ausgeblieben." Rettung für den Automarkt brachten die Konjunkturprogramme in wichtigen Ländern und die schnellere Erholung der Weltwirtschaft.

Insgesamt wurden in Westeuropa mit 13,6 Millionen Autos rund 40.000 Fahrzeuge mehr verkauft als im Vorjahr. Dagegen gingen allein in Nordamerika die Verkäufe um fast 22 Prozent auf 12,5 Millionen Autos zurück.

Spitzenreiter des weltweiten Automarkts war nach der Hochrechnung China mit einem Zuwachs von 44 Prozent oder 2,5 Millionen auf 8,2 Millionen Autos. Der russische Markt brach um 44 Prozent ein, dort wurden 1,35 Millionen Wagen weniger verkauft. Weitere Verlierer waren Japan (minus 378.000 Autos), Kanada (minus 219.000), Spanien (minus 209.000) und England (minus 153.000).

Massive Marktverschiebungen in 2010 erwartet

Für 2010 rechnet Dudenhöffer mit massiven Marktverschiebungen zugunsten der Schwellenländer. In der Summe entwickle sich der weltweite Automarkt jedoch positiv. Insgesamt werde die Nachfrage um 4,3 Prozent auf 55,08 Millionen Autos steigen - vor allem dank der Märkte in den USA, China, Russland, Spanien und Indien.

Die USA würden sich als weltgrößter Pkw-Markt in diesem Jahr besser als erwartet erholen, urteilte Dudenhöffer. Er erwartet dort nach drei rückläufigen Jahren ein Wachstum um 16 Prozent auf 11,9 Millionen Fahrzeuge. China werde als Nummer zwei nicht mehr ganz so stark wachsen wie bisher, aber immerhin noch um 12 Prozent auf 9,2 Millionen Pkw zulegen. Japan stagniert der Prognose zufolge bei 3,9 Millionen Autos.

In Westeuropa werden im neuen Jahr nach der Prognose 951.000 Autos weniger verkauft als 2009, ein Minus von 7,0 Prozent. "Insbesondere der starke künstliche Push durch die Abwrackprämie in Deutschland ist für den Rückgang verantwortlich. Deutschland zieht Westeuropa nach unten", betonte Dudenhöffer.

Um Arbeitsplätze sichern zu können, müssten die internationalen Märkte im neuen Jahr "wieder langsam anziehen", sagte indes VDA-Präsident Matthias Wissmann der "Saarbrücker Zeitung" (Samstag). "Leicht wird es nicht", sagte er zu den Herausforderungen des neuen Jahres. Im vergangenen Jahr hätten die Abwrackprämie und die Neuregelung der Kfz-Steuer die Inlandsnachfrage stabilisiert. Der VDA-Präsident rechnet für 2010 mit 2,75 bis 3,0 Millionen Neuzulassungen in Deutschland.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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