2010 China rechnet mit 9,5 Prozent Wachstum

Die chinesische Wirtschaft wird nach Einschätzung staatlicher Experten im Jahr 2010 um 9,5 Prozent wachsen und damit stärker als im Vorjahr. Gestützt werde das Wachstum vor allem vom Immobiliensektor. Staats- und Parteichef Hu Jintao kündigt indes eine "gemäßigte Geldpolitik" an.

Peking - "2010 werden die äußeren Bedingungen für die Wirtschaft schwierig bleiben, aber sie werden sich nicht weiter verschlechtern", hieß es in einer am Freitag in in der "China Economic Times" veröffentlichten Studie eines staatlichen Forschungsinstitut. Angesichts der massiven Überkapazitäten sei nicht mit einem allzu starken Anziehen der Inflation zu rechnen. Die Teuerungsrate werde unter 3 Prozent bleiben.

Die Investitionen im Immobiliensektor könnten um 30 bis 40 Prozent in die Höhe schnellen, schrieb der Regierungsberater Zhang Liqun in der Studie. Die Effekte des milliardenschweren Konjunkturpakets dagegen liefen nach und nach aus. Erst vergangenen Sonntag hatte sich auch Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao vorsichtig optimistisch über die Konjunkturperspektiven geäußert. Es sei noch zu früh, die staatlichen Stützen zurückzunehmen. Zugleich müssten aber die Verantwortlichen den Anstieg der Immobilienpreise im Blick behalten, betonte er. In einigen chinesischen Städten sind die Preise für Wohnimmobilien 2009 um etwa ein Drittel gestiegen.

Die staatlichen Investitionen und die Rekordkreditvergabe der Banken trieben das Wachstum bereits im abgelaufenen Jahr kräftig in die Höhe; im dritten Quartal legte die Wirtschaftsleistung um 8,9 Prozent verglichen mit dem Vorjahr zu. Auch zum Jahresende dürfte die Wirtschaft kräftig zugelegt haben: Die Industrie sammelte mehr Aufträge ein und steigerte ihre Produktion, der Einkaufsmanagerindex stieg auf 56,6 Punkte von 55,2 Zählern im November und erreichte damit den höchsten Stand seit 20 Monaten.

Staatschef Hu Jintao kündigt "gemäßigte Geldpolitik" an

Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao erklärte indes am Freitag, die wichtigste Aufgabe für 2010 sei es, eine "stabile und relativ schnelle wirtschaftliche Entwicklung" in China aufrechtzuerhalten, sagte er in einer Rede, die von den staatlichen Medien am Freitag veröffentlicht wurde. Hu kündigte an, die Regierung werde sich für eine "gemäßigte Geldpolitik" sowie zunehmenden Austausch und wirtschaftliche Kontakte mit Taiwan einsetzen. China betrachtet die Insel als abtrünnige Provinz.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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