Flugverkehr Mehr Kontrollen nach Anschlagsversuch

In den USA ist ein Anschlag auf ein Linienflugzeug mit fast 300 Passagieren nur knapp fehlgeschlagen. Ein 23-jähriger Nigerianer versuchte in der Nacht zum Samstag, eine Airbus-Maschine der Linie Delta auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit kurz vor der Landung in die Luft zu sprengen. Weltweit erhöhten Flughäfen daraufhin ihre Sicherheitsvorkehrungen.

Detroit - Als er einen Sprengsatz an seinem Bein zu zünden versuchte, wurde er von Passagieren und Besatzungsmitgliedern überwältigt, so dass das Flugzeug sicher landen konnte. US-Präsident Barack Obama ordnete aus seinem Weihnachtsurlaub in Hawaii verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an, viele Flughäfen in Europa und den USA erhöhten ihre Vorkehrungen.

Der Täter erlitt schwere Verbrennungen und befand sich am Samstag in Untersuchungshaft. Ein US-Regierungsmitarbeiter sprach von einem versuchten Terrorakt. Von den insgesamt 278 Passagieren erlitten bei dem Zwischenfall zwei leichte Verletzungen. Die EU-Kommission erklärte, der Vorfall zeige erneut, dass im Kampf gegen den Terror ständige Wachsamkeit erforderlich sei.

Die deutschen Behörden prüften nach Angaben des Innenministeriums, ob Sicherheitsvorkehrungen erhöht werden sollten. Nach Angaben von niederländischen Behörden trat der Mann die Reise in der nigerianischen Metropole Lagos an und stieg in Amsterdam um. Auf dem Flughafen Schiphol habe er die üblichen Sicherheitschecks wie Metalldetektoren durchlaufen, die jedoch den Schmuggel gefährlicher Substanzen nicht völlig ausschließen könnten. Die britische Polizei durchsuchte Wohnungen in London, wo der Mann Ingenieurwissenschaften studierte.

Mutmassliche Verbindungen zu Al-Kaida

Dem Täter war es gelungen, ein leicht entflammbares Pulver an seinem Bein versteckt an Bord zu schmuggeln. Der Mann mit dem Namen Abdul Farouk Abdulmutallab habe im Verhör gestanden, das Pulvergemisch mittels einer mit Chemikalien gefüllten Spritze zur Explosion bringen zu wollen, sagte ein US-Regierungsmitarbeiter.

Der Festgenommene habe zwar nicht auf einer Flugverbotsliste gestanden, bei der Suche in anderen Geheimdienst-Datenbanken sei der Name aber schnell aufgetaucht, sagte der Republikaner Peter King, Mitglied des Heimatschutzausschusses im Repräsentantenhaus. Jetzt müsse herausgefunden werden, ob der Vorfall Teil eines größeren Plans gewesen sei und noch weitere Anschläge drohen könnten.

"Soweit ich weiß, hatte er Verbindungen zur Al-Kaida oder zumindest Verbindungen zu anderen Extremisten", sagte King. Den Sicherheitsbehörden sei offenbar ein gravierender Fehler unterlaufen ist.

Ein Vertreter des Sicherheitsausschusses im Repräsentantenhaus sprach von einem ziemlich ausgeklügelten Anschlag neuer Art. Der vereitelte Anschlag weckte Erinnerungen an den sogenannten Schuhbomber Richard Reid, der vor acht Jahren bei einem Flug über dem Atlantik mit einem ähnlichen Plot gescheitert war. Der in Großbritannien geborene Reid, der sich selbst als Anhänger von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden bezeichnet hat, sitzt eine lebenslange Haftstrafe in den USA ab.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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