Sal. Oppenheim Graf Krockow tritt ab

Matthias Graf von Krockow, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter des angeschlagenen Bankhauses Sal. Oppenheim, wird nach Informationen von manager magazin noch vor Weihnachten zurücktreten. Die drei verbleibenden Gesellschafter werden im Januar ausscheiden.
Von Andreas Nölting

Auf Krockow werde Wilhelm von Haller folgen, den die Deutsche Bank vor einigen Wochen bereits als Generalbevollmächtigten zu Sal. Oppenheim geschickt hat, heißt es. Ein Sprecher des Bankhauses wollte die Nachricht gegenüber manager magazin nicht kommentieren.

Anfang des nächsten Jahres sollen dann die anderen drei verbleibenden Gesellschafter der Bank - Friedrich Carl Janssen, Christopher Freiherr von Oppenheim und Dieter Pfundt - ebenfalls aus der Führung bei Sal. Oppenheim ausscheiden.

Das manager magazin berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass die Gesellschafter der Bank hoch verschuldet sind. Danach sind 680 Millionen Euro an sechs Bankeigner - nämlich die Ehepaare Krockow und Ullmann, die im Juni 2009 verstorbene Karin Baronin von Ullmann sowie an Christopher von Oppenheim - ausgereicht worden. Knapp die Hälfte der der Summe, fast 330 Millionen Euro, war nach der manager magazin vorliegenden Liste ohne jede Sicherheit ausgezahlt worden.

Der frühere Deutsch-Banker Wilhelm von Haller wird den Informationen zufolge nicht als persönlich haftender Partner bestellt, sondern als Vorstand. Womöglich sollen so Vorbehalte der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beachtet werden. Wenn die Übernahme des abgewirtschafteten Geldhauses durch die Deutsche Bank vollzogen ist, werden auch die neuen Mitglieder der Geschäftsführung, die Janssen, Freiherr von Oppenheim und dem Investmentbanker Dieter Pfundt ersetzen werden, als Vorstände und eben nicht als Partner bestellt, heißt es in den Kreisen.

Noch unklar ist die künftige Rolle von Christopher Freiherr von Oppenheim, der nach der Übernahme durch die Deutsche Bank als neuer Vorsitzender des Aufsichtsrates im Gespräch war. Der letzte verbleibende Namensträger stehe für die wichtigsten Kunden und vermögenden Familien des Bankhauses, heißt es. Werde er nicht in die künftige Führung eingebunden, könne dies womöglich die reiche Klientel von Sal. Oppenheim verstören.

Verwandte Artikel