Geplantes Sparpaket Schäuble setzt den Rotstift an

Gerade hat der Bundesrat umstrittene Steuergeschenke in Milliardenhöhe gebilligt, da kündigt Finanzminister Wolfgang Schäuble für das nächste Jahr milliardenschwere Sparmaßnahmen an. Bis zum kommenden Juli soll ein entsprechendes Steuerpaket stehen.

Berlin - Nach der mühsamen Verabschiedung des schwarz-gelben Steuerpakets im Bundesrat will Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in den nächsten sechs Monaten ein milliardenschweres Sparpaket schnüren. "Wir müssen das strukturelle Defizit ab 2011 um rund zehn Milliarden Euro pro Jahr verringern", sagte Schäuble in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) laut Vorabbericht. "Das wird schwer - aber wir müssen es schaffen. Bis Juli werden wir ein entsprechendes Paket schnüren."

Trotz Rekordverschuldung der öffentlichen Hand hatte die schwarz-gelbe Bundesregierung am Freitag ihr umstrittenes Milliarden-Steuerpaket rechtzeitig vor Jahresfrist unter Dach und Fach gebracht. Der Bundesrat stimmte mit der knappen Mehrheit der sieben von Union und FDP geführten Länder für das sogenannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Die Entlastungen über insgesamt 8,5 Milliarden Euro für Familien, Unternehmen, Erben und Hoteliers können damit wie geplant zum 1. Januar 2010 in Kraft treten.

Mit Schäubles Ankündigung für ein Sparpaket dürfte nun die Debatte entflammen, an welcher Stelle der Rotstift angesetzt werden soll, um die Milliardenlöcher im Staatshaushalt zu stopfen. Unter Finanzexperten gilt dabei eine Vereinfachung der Mehrwertsteuersätze als eine Möglichkeit. Hierzu sagte Schäuble der "Bild"-Zeitung, auch er wisse nicht, auf welche Waren und Dienstleistungen der volle und auf welche der halbe Steuersatz fällig sei.

"Ich bin als gelernter Steuerrechtler zwar in der Lage, das Gesetz zu lesen - auswendig weiß ich das allerdings nicht. Ich räume ein: Ja, es ist unübersichtlich. Und es gibt zu viele Ausnahmen", erklärte Schäuble. "Aber es ist unendlich schwierig, an einzelnen Bestimmungen etwas zu ändern."

manager magazin mit Material von reuters