Tagesticker Ford will 41.000 Arbeiter abfinden

Die US-Wirtschaft wird nach Meinung eines Notenbankmitglieds in 2010 um bis zu 3,5 Prozent wachsen. An der New Yorker Börse zeigen sich die Investoren in Kauflaune. Ford bietet 41.000 Mitarbeitern Abfindungen oder die Frühverrentung an. Der US-Autobauer will so seinen "Überschuss an Beschäftigten" loswerden. Verfolgen Sie den Tagesticker von manager magazin.

20.40 Uhr: Der US-Autobauer Ford bietet etwa 41.000 gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern in den USA Abfindungen bis zu 75.000 Dollar an. Die Mitarbeiter hätten bis Ende Januar Zeit, dieses Angebot oder eine Offerte zur Frühverrentung anzunehmen, teilte ein Firmensprecher am Montag mit. Trotz einer besseren Geschäftslage habe Ford einen "Überschuss an Beschäftigten".

19.30 Uhr: Die Aussicht auf eine Verabschiedung der US-Gesundheitsreform vor Weihnachten hat die New Yorker Börsen am Montag nach oben getrieben. Das Prestigeprojekt von Präsident Barack Obama überstand im Senat eine entscheidende Abstimmung. Anleger zeigten sich erfreut, dass der Gesetzesentwurf offenbar weniger Bestimmungen für Krankenversicherer aufweist als bislang erwartet. Positive Impulse erhielten die Börsen auch durch die Heraufstufungen der Papiere des Aluminiumriesen Alcoa und des weltgrößten Chipherstellers Intel. Der Dow Jones  rückte bis zum Nachmittag (Ortszeit) um rund 1 Prozent auf 10.428 Punkte vor. Der Technologie-Index Nasdaq Composite  stieg um 1,1 Prozent auf 2225 Punkte.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen die Aktien von Chattem. Zuvor hatte der Pharmakonzern Sanofi ein 1,9 Milliarden Dollar schweres Übernahmegebot für das auf Gesundheitsprodukte spezialisierte US-Unternehmen vorgelegt. Die Chattem-Titel schnellten um mehr als 32 Prozent in die Höhe. Das Votum im Senat zur Gesundheitsreform führte zu Kursgewinnen bei Versicherern wie Aetna. Die Aktie legte um 4,4 Prozent zu.

18 Uhr: Die US-Wirtschaft wird nach Einschätzung des Fed-Chefs von Chicago, Charles Evans, in den kommenden eineinhalb Jahren um 3 bis 3,5 Prozent wachsen. Da gleichzeitig die Inflation niedrig bleiben werde, rechne er für eine längere Zeit mit einer Fortsetzung der Null-Zins-Politik der US-Zentralbank (Fed), sagte Evans am Montag dem Fernsehsender CNBC. 2010 werde "definitiv ein besseres Jahr" als 2009. Allerdings werde die derzeit bei 10 Prozent liegende Arbeitslosigkeit um ein paar Zehntel Punkte steigen und im Frühjahr oder Sommer 2010 ihren Höhepunkt erreichen.

17.40 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag mit Kursgewinnen in die Weihnachtswoche gestartet. Der Dax (Kurswerte anzeigen) legte 1,7 Prozent auf 5930 Punkte zu. Damit schloss der Leitindex unter dem am Nachmittag erreichten 15-Monats-Hoch von 5936 Punkten.

17.00 Uhr: Deutschland steuert einer Studie zufolge auf einen Arbeitskräftemangel zu. Bereits im Jahr 2015 werden dem Arbeitsmarkt fast drei Millionen Arbeitskräfte fehlen, heißt es in einer Studie der Prognos AG für die Vereinigung der Bayrischen Wirtschaft (VBW), aus der das "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe) zitierte. Bis 2030 würde der Arbeitskräftemangel laut Studie auf gut fünf Millionen anwachsen.

16.00 Uhr: Die US-Aktienmärkte sind am Montag mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Unterstützt wurden die Börsen von der Hoffnung, dass steigende Rohstoffpreise und ein Dollar-Rückgang die Aktien aus dem Energiesektor beflügeln werden. Zudem nahmen die Märkte Höherstufungen der Papiere des Aluminiumriesen Alcoa  und des weltgrößten Chipherstellers Intel  durch Brokerhäuser positiv auf.

15.00 Uhr: Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis  etabliert sich mit dem Kauf des US-Konkurrenten Chattem auf dem amerikanischen Markt für rezeptfreie Arzneimittel. Sanofi-Aventis wird für 1,9 Milliarden Milliarden Dollar Chattem vollständig übernehmen. Chattem biete eine "solide Plattform, um bestimmte rezeptpflichtige Medikamente in Produkte für den freien Verkauf in den USA zu verwandeln", erklärte Sanofi-Aventis am Montag. Als erstes wird das Allergiemittel Allegra rezeptfrei. Rezeptfreie Arzneimittel repräsentierten mittlerweile ein Viertel des Weltmarktes.

Rekordstrafe gegen Kaffeeröster

14.30 Uhr: Das Bundeskartellamt hat gegen drei große deutsche Kaffeeröster wegen Preisabsprachen eine Geldbuße von 159,5 Millionen Euro verhängt. Betroffen seien die Tchibo GmbH Hamburg, die Melitta Kaffee GmbH Bremen und die Alois Dallmayr Kaffee OHG München, teilte das Bundeskartellamt am Montag mit.

14.15 Uhr: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat zur Verringerung des Haushaltsdefizits für Mitte 2010 ein umfassendes Sparprogramm angekündigt. "Wir müssen das strukturelle Defizit ab 2011 um rund zehn Milliarden Euro pro Jahr verringern", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe). Bis Juli werde dazu ein Paket geschnürt. Mit Schäubles Ankündigung beginnt nun die Debatte, an welcher Stelle der Rotstift angesetzt werden soll, um die Milliarden-Löcher zu stopfen. Unter Finanzexperten gilt dabei eine Vereinfachung der Mehrwertsteuersätze als eine Möglichkeit.

13.50 Uhr: Die Erholung der deutschen Wirtschaft wir sich zum Jahresende verlangsamen, schreibt das Bundesfinanzministerium am Montag in seinem Monatsbericht für Dezember. Im zweiten Quartal war die Wirtschaft um 0,4 Prozent zum Vorquartal gewachsen, im dritten Quartal um 0,7 Prozent. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht hingegen davon aus, dass die Konjunktur zwischen Oktober und Dezember um 0,6 bis 0,7 Prozent zugelegt und damit ihre Aufholjagd mit fast unvermindertem Tempo fortgesetzt haben dürfte.

13.30 Uhr: In Bayerns Metall- und Elektroindustrie steht im kommenden Jahr wegen der schlechten Auftragslage nochmals ein massiver Stellenabbau bevor. "Jeder zweite Betrieb muss im ersten Halbjahr 2010 Arbeitsplätze abbauen, sagt Bertram Brossardt, Chef der bayerischen Metallarbeitgeberverbände. Insgesamt fielen dadurch laut Verband bis Ende Juni nochmals rund 20.000 Arbeitsplätze weg. Der konjunkturelle Tiefpunkt sei zwar erreicht, von einer Erholung könne aber nicht gesprochen werden.

13 Uhr: Der Discounter Aldi-Süd sagt den etablierten Bäckereien den Kampf an. Nach Testläufen in mehreren Filialen will der Discounter in den nächsten Jahren flächendeckend in seinen Geschäften automatische Backstationen einführen, wie eine Aldi-Unternehmenssprecherin am Montag bestätigte. Neben einer Auswahl von Broten sollen von früh bis spät auch diverse Brötchensorten, Baguettes und Laugenbrezel erhältlich sein.

EU-Kommission billigt HRE-Staatsgarantien

12.45 Uhr: Die EU-Kommission hat vorläufig grünes Licht für Staatsgarantien von 18 Milliarden Euro für die inzwischen verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) gegeben. "Die Garantien sind ein angemessenes Mittel, um eine ernsthafte Störung der deutschen Wirtschaft zu beheben", teilten die europäischen Wettbewerbshüter am Montag in Brüssel mit. Die HRE wurde im Oktober 2008 von Bund und Banken nach Fehlspekulationen ihrer irischen Tochter Depfa vor dem Aus gerettet. Mittlerweile wird das Münchener Institut mit milliardenschweren Garantien künstlich am Leben erhalten.

11.20 Uhr: Im deutschen Mittelstand macht sich nach dem Krisenjahr 2009 wieder Optimismus breit. Fast ein Drittel der Firmen erwarte einer Umfrage zufolge eine Verbesserung der Wirtschaftslage, berichtete die Union Mittelständischer Unternehmen (UMU) in München. Im vergangenen Jahr waren es nur rund 6 Prozent der Unternehmen. Ein Stellenabbau ist für die meisten Mittelständler kein Thema: Rund 80 Prozent der befragten Firmen wollen ihr Personal halten oder sogar neue Mitarbeiter einstellen. Für die Umfrage wurden in der ersten Dezemberhälfte 4000 Mittelständler befragt.

10.10 Uhr: Die Rohstahlerzeugung in Deutschland wird nach Einschätzung der Wirtschaftsvereinigung Stahl im kommenden Jahr um bis zu 15 Prozent wachsen. "Wir erwarten eine Zunahme auf dann 36 Millionen bis 38 Millionen Tonnen", sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, in Düsseldorf.

9.20 Uhr: Luftfracht wird langsam wieder teurer. Der vom Statistischen Bundesamt geführte Preisindex ist im dritten Quartal erstmals seit neun Monaten Preisverfall wieder gestiegen, und zwar um 5,1 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2009. Von den Werten aus dem Vorjahr sind die Frachtraten nach der Wirtschaftskrise aber noch weit entfernt, wie das Amt am Montag weiter berichtete. Sie lagen im Schnitt 39,8 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

9.07 Uhr: Mit Unterstützung der Börsen in New York und Tokio hat der deutsche Aktienmarkt zum Beginn der Weihnachtswoche Kursgewinne verbucht. Der Dax  legte in den ersten Handelsminuten 0,8 Prozent auf 5880 Punkte zu und notierte damit in Reichweite seines vergangene Woche erreichten Jahreshochs von 5903 Zählern.

8.45 Uhr: Das Baugewerbe in Deutschland hat im Oktober erstmals seit August mehr Aufträge erhalten. Verglichen mit dem Vorjahr legten die Bestellungen preisbereinigt um 0,7 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Dabei dürfte vor allem das milliardenschwere Konjunkturpaket eine Rolle spielen: Im Tiefbau stieg die Nachfrage um 5,6 Prozent. "Wir haben ein dickes Plus im öffentlichen Bau", sagte ein Statistiker. Vor allem der Straßenbau habe davon profitiert.

Stiglitz warnt vor anhaltender Rezession in den USA

7.40 Uhr: Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz hat vor einer anhaltenden Rezession in den USA im kommenden Jahr gewarnt. Es gebe eine große Wahrscheinlichkeit, dass das Wirtschaftswachstum in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres negativ sein werde, sagte Stiglitz am Montag in Singapur vor Journalisten. Deshalb müsste die Regierung ein weiteres Konjunkturpaket auflegen, um den Arbeitsmarkt anzukurbeln und darüber hinaus den US-Staaten angesichts fallender Steuereinnahmen unter die Arme greifen, forderte der Professor von der Columbia University.

7.20 Uhr: In Tokio hat die Börse zu Wochenbeginn uneinheitlich geschlossen. Der Nikkei-225-Index  stieg um 0,41 Prozent auf 10.183 Zähler und schloss damit auf dem höchsten Stand seit acht Wochen. Die größten Kurstreiber waren Technologiewerte. Zudem half ein stärkerer Yen den Exportwerten. Für den breiter gefassten Topix  ging es indes um 0,24 Prozent auf 891 Zähler runter.

7.15 Uhr: Die australische Fluggesellschaft Qantas rechnet mit einer Rückkehr in die Gewinnzone noch im laufenden Halbjahr. Die Geschäftsbedingungen hätten sich in den vergangenen Monaten verbessert, teilte das Unternehmen mit. Für die sechs Monate bis Ende Dezember sei daher mit einem Gewinn vor Steuern zwischen 50 Millionen und 150 Millionen australischen Dollar (umgerechnet zwischen 31 Millionen und 93 Millionen Euro) zu rechnen. An der australischen Börse sorgte die Nachricht für Begeisterung: Die Qantas-Aktie  legte rund 6 Prozent zu.

5.30 Uhr: Der drittgrößte US-Rundfunkkonzern Citadel Broadcasting ist pleite. Das Unternehmen teilte am Sonntag mit, Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt zu haben. Der Schritt ist Teil einer Vereinbarung der Sendergruppe mit über 60 Prozent ihrer bevorrechtigten Gläubiger. Demnach sollen dem Unternehmen im Rahmen einer Umschuldung rund 1,4 Milliarden Dollar an Schulden erlassen werden. Zudem werden die Gläubiger dem Unternehmen den Angaben zufolge für die Umstrukturierung rund 36 Millionen Dollar in bar zur Verfügung stellen.

4.30 Uhr: Die Tokioter Börse hat am Montag etwas fester tendiert. Zu den Gewinnern gehörten High-Tech-Werte wie der Hersteller von Chip-Testmaschinen Advantest , nachdem in den USA am Freitag Unternehmen aus diesem Sektor Kurszuwächse verbucht hatten. Analysten verwiesen zudem auf den etwas schwächeren Yen, wovon Exportunternehmen wie der Autobauer Nissan  profitierten. Der Nikkei-Index legte am frühen Nachmittag 0,62 Prozent zu auf 10.205 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index notierte 0,2 Prozent im Plus bei 895 Zählern.

manager magazin mit Material von Nachrichtenagenturen

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