Freitag, 6. Dezember 2019

Privatbankkrise Oppenheim-Eigner in der Klemme

Sechs Eigentümer von Sal. Oppenheim haben mehr als 600 Millionen Euro Schulden bei der Privatbank. Nach Informationen von manager magazin handelt es sich um Vorzugskredite für die Familien Krockow, Ullmann und Oppenheim, die großteils ohne Sicherheiten und zu Zinssätzen von lediglich 1,5 Prozent gewährt wurden.

Hamburg - Die Führungscrew des heruntergewirtschafteten und demnächst unter das Dach der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen flüchtenden Privatbankhauses Sal. Oppenheim hat sich und ihren Familien großzügig selbst Kredite zu Vorzugsbedingungen gewährt.

Hinter der Fassade: Gesellschafter von Sal. Oppenheim haben großzügige Kredite bekommen
Wie das manager magazin in seiner am Freitag (18. Dezember) erscheinenden Ausgabe berichtet, schuldeten Bankchef Matthias Graf von Krockow und seine Ehefrau Ilona, Aufsichtsratsvorsitzender Georg Baron von Ullmann und Gattin Corinna, der Nachlass der 2009 verstorbenen Karin Baronin von Ullmann sowie der persönlich haftende Gesellschafter Christopher von Oppenheim dem Institut nach dem Stand von Mitte Oktober 680 Millionen Euro.

Beinahe die Hälfte davon, fast 330 Millionen Euro, waren ohne Sicherheiten ausgezahlt worden. Ein großer Teil wird lediglich mit 1,5 Prozent pro Jahr verzinst. Das manager magazin schreibt von einer "gigantischen Selbstbedienung" der das Bankhaus beherrschenden Familien.

Zusätzlich hafteten vier dieser Bankeigner dem Institut Mitte Oktober noch mit 192 Millionen Euro aus Bürgschaften, die sie für einen Kredit an die Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz eingegangen waren. Die Zahlen kamen heraus, nachdem die künftige Muttergesellschaft Deutsche Bank im Herbst eine Aufstellung der den Gesellschaftern gewährten Kredite angefordert hatte.

Die Bankeigner dürften sich schwer tun, ihre privaten Kredite zurückzuzahlen. Denn der Kaufpreis in Höhe von einer Milliarde Euro, den die Deutsche Bank für Sal. Oppenheim einschließlich der Tochter BHF-Bank zahlt, wird vertragsgemäß für die Tilgung von Schulden in gleicher Höhe verwendet, die der Oppenheim-Aktionärspool eingegangen ist, um die eigene Bank zu stützen - unter anderem für die Erhöhung des Kapitals und für den Herauskauf des Arcandor-Aktienpakets aus dem Bankhaus.

Unter dem Strich bleibt höchstens der Erlös von 300 Millionen Euro übrig, den die Deutsche Bank den Oppenheim-Gesellschaftern für das Wertpapierverwahrgeschäft der BHF-Bank (BHF Asset Servicing GmbH) überweist. Doch diese Summe teilt sich auf die etwa 40 Oppenheim-Gesellschafter auf.

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