BAIC Chinesen kaufen Know-how von Saab

Der chinesische Autobauer BAIC hat Teile der schwedischen General-Motors-Tochter Saab gekauft. Dazu gehöre die Übernahme von Produktionsanlagen und der Eigentumsrechte an der Technologie für die beiden Modelle 9-5 und 9-3 - laut Saab-Chef Jan Åke Jonsson ein "exzellentes Geschäft für beide Seiten".

Stockholm - Der chinesische Autokonzern BAIC übernimmt Teile der schwer angeschlagenen GM-Tochter Saab und bekommt so Zugriff auf wichtiges Know-how. Die Beijing Automotive Industry Holding (BAIC) kauft die Saab-Technologie für die beiden Modelle 9-5 und 9-3, teilten beide Unternehmen am Montag in Stockholm mit. Auch ein Teil der Fertigungsanlagen für diese Fahrzeuge wechselt den Besitzer. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht.

Saab-Chef Jan Åke Jonsson sprach von einem "exzellenten Geschäft für beide Seiten". Die Saab-Technologie werde in künftige Modelle der chinesischen Partner integriert. Zur weiteren Zukunft von Saab äußerte sich Jonsson zunächst nicht.

General Motors will die verlustreiche schwedische Tochter komplett verkaufen und hat dafür eine Frist bis zum Jahresende gesetzt. Sollte sich bis dahin kein Käufer finden, wollen die Amerikaner die globalen Aktivitäten des Unternehmens abwickeln. Bei Saab sind direkt noch etwa 3400 Menschen beschäftigt, weitere rund 3000 arbeiten Branchenangaben zufolge bei Subunternehmen. In den letzten Wochen galt es als zunehmend wahrscheinlich, dass Saab entweder komplett abgewickelt oder stückweise verkauft wird.

Das in Peking angesiedelte Unternehmen BAIC hatte sich bereits an einem gescheiterten Saab-Übernahmeversuch des kleinen schwedischen Sportwagenherstellers Koenigsegg beteiligt. Die Chinesen waren in den vergangenen Wochen als Kaufinteressent für Saab gehandelt worden, übernehmen nun aber nur wichtige Teile des Unternehmens. Der chinesische Autobauer will mit der westlichen Technologie seine eigenen Modelle aufpolieren.

Branchenexperten bewerteten das Geschäft auch für Saab positiv. Der Verkauf der Technologie der älteren Modelle spüle dringend benötigtes Geld in die Kassen. Zudem sei das verbleibende Geschäft möglicherweise besser zu verkaufen. Als Interessent wird der niederländische Sportwagenbauer Spyker Cars mit russischen sowie arabischen Eignern.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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