Dubai-Krise Abu Dhabi hilft mit zehn Milliarden Dollar

Unterstützung für Dubai: Das krisengeschüttelte Emirat hat von seinem Nachbarland Abu Dhabi zehn Milliarden Dollar erhalten. Damit kann Dubai einen islamischen Bond zurückzahlen, der am Montag fällig wird.

Dubai - Im Kampf gegen die von der Verschuldung des staatlichen Investmentkonglomerats Dubai World ausgelösten Krise kommt das Emirat Abu Dhabi seinem Nachbarn mit zehn Milliarden Dollar zur Hilfe. Wie die Regierung in Dubai am Montag mitteilte, werden allein 4,1 Milliarden Dollar davon genutzt, um am gleichen Tag fällige Schulden der Dubai-World-Immobilientochter Nakheel PJSC zu bezahlen.

Die Begleichung dieser Schulden wird auf den Finanzmärkten als Test für die Kreditwürdigkeit Dubais gesehen. Der Rest des Geldes könne für den angeschlagenen Immobilienkonzern Dubai World bis Ende April 2010 eingesetzt werden.

Auch die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Abu Dhabi und Dubai gehören, hat Unterstützung für örtliche Banken angekündigt. Ende November hatte Dubai World für einen Schock kurzzeitig auch an den internationalen Finanzmärkten gesorgt, als die Regierung mitteilte, die Holding benötige einen Zahlungsaufschub von mindestens sechs Monaten. Dubai World ist mit etwa 60 Milliarden Dollar verschuldet.

Der Leitindex der Dubaier Börse legte nach der Ankündigung mehr als 10 Prozent zu, der Yen gab gegenüber Dollar und Euro deutlich nach. Kreisen zufolge ist die Hilfe aus Abu Dhabi nicht an Bedingungen geknüpft. Dubai werde aber trotz der Unterstützung den Verkauf von Vermögenswerten prüfen, sagte eine regierungsnahe Person.

Dubai World teilte mit, der Konzern müsse mit seinen Gläubigern ein Stillhalteabkommen aushandeln, um finanzielle Unterstützung für die Deckung von Betriebsmitteln und Zinszahlungen zu erhalten. Sollten die Verhandlungen erfolgreich sein, werde die Regierung Dubais finanzielle Unterstützung gewähren, um Schlüsselprojekte zu sichern.

Dubai kündigte überdies die Einführung eines neuen Insolvenzrechts an. Dieses solle greifen, falls Dubai World Gläubigerschutz beantragen müsse. "Wir wollen sicherstellen, dass es ein faires und angemessenes Rahmenwerk gibt, falls mit den Gläubigern keine Restrukturierung erreicht werden kann", sagte eine Person aus dem Umfeld der Regierung. Das neue Insolvenzrecht solle an amerikanisches und britisches Recht angelehnt sein.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ap

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