Porsche Streit um Wiedekings Entlastung?

Laut Medienberichten steht die Entlastung von Wendelin Wiedeking als Porsche-Chef in Frage. Mehrere Mitglieder des Aufsichtsrates sollen sich dagegen ausgesprochen haben - schließlich ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den früheren Chef des Sportwagenbauers.

Stuttgart - Im Aufsichtsrat des Stuttgarter Autobauers Porsche wird einem Zeitungsbericht zufolge über die Entlastung des ehemaligen Vorstandschefs Wendelin Wiedeking gestritten. Mehrere Mitglieder des Arbeitnehmerflügels im Aufsichtsrat wollen sich bei der nächsten Sitzung des Kontrollgremiums am kommenden Dienstag gegen eine Entlastung aussprechen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Samstag unter Berufung auf Konzernkreise.

Anlass seien die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Wiedeking. Ein Sprecher der Porsche Holding wollte sich dazu nicht äußern.

Der Aufsichtsrat berät dem Blatt zufolge am Dienstag darüber, ob dem früheren Konzernchef bei der nächsten Aktionärsversammlung am 29. Januar bescheinigt werden soll, er habe seine Dienstpflichten ordentlich erfüllt. Gleiches gelte für den zusammen mit Wiedeking abgelösten Finanzchef Holger Härter. Die Vertreter der beiden Großaktionäre, der Familien Porsche und Piëch, seien für eine Entlastung von Wiedeking und Härter. Bei dem Sportwagen-Hersteller entscheiden laut Zeitung alleine die Familien Porsche und Piëch, was geschieht. Die vielen Kleinaktionäre haben kein Stimmrecht.

Wenige Wochen nach der Ablösung der Manager hatte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft im August das Unternehmen sowie die privaten Domizile von Wiedeking und Härter durchsucht. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, die beiden Manager hätten bei der von ihnen geplanten Übernahme von Volkswagen den Aktienkurs von Volkswagen manipuliert. Außerdem sollen Wiedeking und Härter im Juli die Börse zu spät über den damals angeblich früh absehbaren Vorstandswechsel bei Porsche informiert haben. Porsche, Wiedeking und Härter bestreiten dies.

manager magazin mit Material von dpa

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