Airbus A400M Teurer Jungfernflug mit viel Verspätung

Der heutige Erstflug des A400M setzt einen Meilenstein in der Entwicklung des Militärtransporters, die sonst von Pleiten, Pech und Pannen geprägt ist. Airbus liegt beim Bau des Fliegers bereits deutlich hinter dem Plan und benötigt viel mehr Geld als vorgesehen. Darüber streitet der Konzern nun mit den Abnehmerländern.

Hamburg - Eigentlich hätte der Airbus-Militärtransporter A400M schon seit mehr als einem Monat im Einsatz sein sollen. Doch erst am Freitag hob ein Prototyp nun zum Erstflug ab. Wegen Problemen mit der Motorentechnik hat das Flugzeug, mit dem die Bundeswehr ihre alternden Transall-Maschinen ersetzen will, inzwischen drei Jahre Verspätung.

Im Mai 2003 hatten sieben europäische Nato-Länder mit Airbus einen Liefervertrag für 180 Exemplare der Propellermaschine unterzeichnet. Als Festpreis wurden 20 Milliarden Euro vereinbart. Größter Abnehmer ist Deutschland mit 60 Flugzeugen. Weitere Kunden sind Frankreich (50), Spanien (27), Großbritannien (25), die Türkei (10), Belgien (7) und Luxemburg (1). Später bestellten auch Südafrika (8) und Malaysia (4). Südafrika hat wegen der Verzögerungen seinen Auftrag wieder storniert. Damit sind jetzt 184 Maschinen bestellt.

Die erste A400M sollte eigentlich im Oktober 2009 an Frankreich ausgeliefert werden. Jetzt ist frühestens Ende 2012 anvisiert. Die Bundeswehr ist damit nicht vor 2013 an der Reihe. Wegen der Verspätung wollen die Abnehmerländer von der Airbus-Konzernmutter EADS  finanzielle Zugeständnisse; EADS verlangt seinerseits eine Erhöhung des Kaufpreises, um die Kosten für die Verzögerung aufzufangen. Der Konzern musste deswegen bereits 2,4 Milliarden Euro zurückstellen. Laut Medienberichten liegen die Mehrkosten bei bis zu fünf Milliarden Euro.

Nicht erst seit den Nachverhandlungen mit den Käuferstaaten über den Preis stehen auch die Flugeigenschaften der A400M wieder unter Vorbehalt. Ob die Maschine etwa nur einige Meter über dem Boden Hilfspakete abwerfen kann oder aus engen Talkesseln starten, ist offen. Nach den Airbus-Planungen soll das Flugzeug bis zu 780 Stundenkilometer schnell sein und damit 30 Prozent flotter als vergleichbare Modelle im heutigen Einsatz.

Bei einer Höchstflughöhe von 11.100 Metern liegt die maximale Reichweite laut Airbus bei 8700 Kilometern. Sie sinkt aber mit Ladung. Bei einer typischen Fracht von 20 Tonnen gibt Airbus sie noch mit 6390 Kilometern an. Als maximale Last soll die A400M 37 Tonnen transportieren können. Platz im Laderaum sind für maximal zwei Hubschrauber oder drei gepanzerte Fahrzeuge. Bei Truppentransporten können bis zu 116 Soldaten befördert werden.

manager-magazin.de mit Material von afp

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