EU-Gipfel IWF soll Finanzmarktsteuer prüfen

Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union setzen sich für die Einführung einer globalen Finanzmarktsteuer ein. Die Teilnehmer des Gipfels in Brüssel fordern den Internationalen Währungsfonds auf, eine solche Steuer zu prüfen. Die Bundesregierung steht schon länger hinter diesem Plan.

Brüssel - Die europäischen Staats- und Regierungschefs wollen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) die Einführung einer internationalen Finanzmarktsteuer vorschlagen. Das geht aus dem am Freitag vorgelegten Entwurf der Gipfel-Schlussfolgerungen hervor.

Darin heißt es, der IWF solle ein breites Spektrum von Möglichkeiten prüfen, darunter auch eine weltweite Finanz-Transaktionssteuer.

Beim G-20-Gipfel in den USA Ende September hatten sich Deutschland und Frankreich mit dem Vorstoß für eine solche Abgabe nicht durchsetzen können. Beide Länder wollten damit die milliardenschweren Kosten der Krise finanzieren.

Parallel läuft die Debatte um die Besteuerung von Bonuszahlungen, über die ebenfalls ein Beitrag der Finanzbranche an den finanziellen Lasten der Wirtschaftskrise eingefordert werden soll. Großbritannien wird eine solche Steuer in Höhe von 50 Prozent auf Sonderzahlungen einführen, Frankreich hat bereits das gleiche angekündigt.

Während sich die Finanzbranche massiv gegen diese Steuer wehrt, hat auch die Bundesregierung dafür Sympathie bekundet. Berlin unterstützt selbst aber die Idee der Finanzmarktsteuer. Die Regierung Kanadas hat sich indes bereits gegen eine Steuer auf Bonuszahlungen entschieden.

manager-magazin.de mit Material von afp

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