Autoindustrie Toyota zweifelt, VW auf dem Sprung

Der starke Yen und die weltweite Absatzkrise setzen Toyota mehr zu, als der Konzern es bislang für möglich gehalten hat. Jetzt stellt der weltgrößte Autobauer überraschend seine Gewinnziele für das kommende Jahr infrage. Und Volkswagen wähnt sich wieder ein Stückchen näher an dem schärfsten Wettbewerber.

Tokio - Der derzeit noch weltgrößte Autobauer Toyota  hat Abstand von seinen Gewinnzielen genommen. Angesichts des starken Anstiegs des Yen und der unsicheren US-Wirtschaftslage sei es fraglich, ob das Unternehmen die erhoffte Ergebniserholung verwirklichen könne, sagte Vizepräsident Yukitoshi Funo zu Journalisten am Freitag.

"Das anfängliche Szenario war, dass in diesem Geschäftsjahr die Talsohle erreicht wird, weil wir drei Jahre in Folge mit Verlusten vermeiden wollten", sagte er. "Aber ich denke nicht mehr, dass wir mit einer linearen Verbesserung bis ins nächste Jahr rechnen können."

Nach dem voraussichtlich zweiten Jahresverlust in Folge hatte Toyota für das kommende Geschäftsjahr ab April 2010 bislang eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen angepeilt. Nach den Worten Funos hat der Währungseffekt eine Erholung bei der Fahrzeugproduktion jedoch zunichtegemacht. "Ohne Währungseffekt hätten wir in diesem Jahr vielleicht besser abgeschnitten als erwartet", sagte er. Toyota hatte im Oktober noch die erste Absatzsteigerung seit 15 Monaten verkünden können.

Bei Toyota Motorsport in Köln indes fallen nach dem Formel-1-Ausstieg des Autobauers 500 von insgesamt 650 Stellen weg. Bereits zum 30. November sei 500 Mitarbeitern gekündigt worden, hieß es am Freitag.

Volkswagen will Toyota den Rang ablaufen

In Wolfsburg wird man die Ankündigung Toyotas sehr genau verfolgt haben. Denn der Volkswagen-Konzern will dem gegenwärtigen Marktführer in den nächsten Jahren den Rang ablaufen. Auf dem Weg dahin soll Porsche bis 2011 als zehnte Marke in den Konzern eingegliedert werden. "Volkswagen und Porsche werden ihre Kräfte bündeln. Wir werden Wachstumspotenziale erschließen, erhebliche Synergien schaffen und dabei die Kosten deutlich senken", versprach Volkswagen-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag im Verlauf der Hauptversammlung des Autobauers in Hamburg.

Das operative Ergebnis des Konzerns soll durch den Zusammenschluss langfristig um 700 Millionen Euro im Jahr steigen. Bereits im laufenden Jahr schneidet Europas größter Autobauer mit Marken wie VW, Audi, Skoda und Seat besser ab als viele Konkurrenten, weil Volkswagen wegen seines Kleinwagenangebots besonders von staatlichen Kaufanreizen profitierte. Für 2009 stellte Winterkorn leicht steigende Auslieferungen in Aussicht. In den ersten zehn Monaten hatte der Konzern weltweit 5,3 Millionen Fahrzeuge an die Kundschaft losgeschlagen, ein Plus von 0,9 Prozent.

Für 2010 rechnet allerdings auch Volkswagen  mit schwierigeren Zeiten, weil die Abwrackprämien in vielen Ländern auslaufen. Auf ihrem Heimatmarkt Deutschland gehen die Wolfsburger im nächsten Jahr von einem "schmerzhaften Markteinbruch von einigen hunderttausend Einheiten" aus. Dagegen werde sich der Boom in China fortsetzen, dem größten Markt des Konzerns.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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