Krankenkassen Kostenwelle für gesetzlich Versicherte

Für viele der rund 70 Millionen Krankenversicherten rücken Zusatzbeiträge näher. Mehrere große gesetzliche Krankenkassen stehen unter Finanzdruck. Und das nicht zuletzt, weil die Bezüge der Apotheker steigen. Allerdings wollen die Kassen zumindest ohne die Zusatzprämie von bis zu einem Prozent des Einkommens zu Lasten ihrer Mitglieder ins neue Jahr starten.

Berlin - Das Bundesgesundheitsministerium geht offenbar von einer dramatischen Verschlechterung der Finanzlage deutscher Krankenkassen aus. Das Ministerium rechne mit 25 gesetzlichen Krankenkassen, die im kommenden Jahr nicht mit ihrem Geld auskommen und deshalb ihre Versicherten zur Kasse bitten würden. Das hat das "Handelsblatt" berichtet.

Der Verband der Krankenkassen habe bereits darauf hingewiesen, dass die Finanzergebnisse in der gesamten gesetzlichen Krankenversicherung derzeit auf Pump finanziert seien. Allerdings wollen die Kassen zunächst ohne die Zusatzprämie von bis zu einem Prozent des Einkommens zu Lasten ihrer Mitglieder ins neue Jahr starten.

Weitere finanzielle Belastungen drohen den Kassen dann nämlich nicht zuletzt durch einen Anstieg der Bezüge der Apotheker. Die Betreiber der etwa 22.000 Apotheken in Deutschland dürften auf ein Plus von 350 Millionen Euro hoffen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Koalitionspolitiker. Hintergrund sei ein Schiedsspruch zwischen dem Kassenspitzenverband und den Deutschen Apothekerverbänden, der noch in dieser Woche verkündet werden solle.

Konkret gehe es um die Höhe des Rabatts, den die Apotheker den Kassen gewähren müssen. Derzeit ist ein Abschlag von 2,30 Euro für eine Arzneipackung fällig. Die Apotheker wollen deutlich weniger zahlen. Künftig könnte die Abgabe 1,70 Euro betragen, berichtete die Zeitung.

Der Krankenkasseverband VDEK von Techniker Krankenkasse, Barmer, DAK und anderen meldete für das dritte Quartal 2009 noch einen kleinen gemeinsamen Überschuss seiner Mitglieder von 20 Millionen Euro. Allerdings verzeichnete die DAK ein Minus von 77 Millionen Euro, wie die Deutsche Presseagentur erfahren haben will.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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