Autoindustrie 2010 Absatzeinbruch in Deutschland

Nach dem Ende der Abwrackprämie erwartet der Verband der Automobilindustrie 2010 einen Absatzeinbruch in Deutschland. Für 2009 hingegen prognostizieren sowohl der VDA wie auch der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller einen Anstieg der Neuzulassungen auf mehr als 3,8 Millionen Fahrzeuge.

Berlin/Frankfurt am Main - Davon profitiert unter anderem der Autobauer Volkswagen , der im ersten Quartal 2010 weitere Sonderschichten einlegen will.

Nach Einschätzung von VDA-Präsident Matthias Wissmann werden weltweit die Autoabsätze im kommenden Jahr leicht zulegen, die deutschen Neuzulassungen dagegen deutlich auf 2,75 bis 3,0 Millionen Fahrzeuge zurückgehen. Das Premiumsegment und der Bereich gewerblicher Zulassungen würden 2010 zwar wieder anziehen. Dagegen dürfte laut Wissmann vor allem das Kleinwagensegment unter Druck geraten, das zuletzt von der Abwrackprämie profitiert habe.

Auf dem Weltmarkt rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit einer Steigerung der Absatzzahlen um 1,0 bis 3,0 Prozent. "Das Jahr 2010 wird für die gesamte Automobilindustrie erneut enorme Belastungsproben bereithalten. Wir können nicht davon ausgehen, dass 2010 auf den Weltmärkten wieder ähnlich hohe Verkaufszahlen erreicht werden wie 2008", sagte Wissmann. Dies sei erst 2011 und in den Jahren danach wieder realistisch. Wichtige Wachstumsmärkte seien China, Brasilien und Indien.

Für 2009 könnte laut VDA wegen der Abwrackprämie die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland auf mehr als 3,8 Millionen steigen. Das entspräche einem Plus von knapp einem Viertel gegenüber dem Vorjahr. Bislang hatte der Branchenverband für 2009 lediglich mit mehr als 3,5 Millionen Zulassungen gerechnet.

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) teilte die Einschätzung das VDA für das laufende Jahr. Im November seien in Deutschland knapp 280 000 Neuzulassungen verzeichnet worden und damit 20 Prozent mehr als im Vormonat. Das Ergebnis wird nach Verbandsangaben nach dem Auslaufen der Abwrackprämie noch durch die Verkäufe der Vormonate geprägt. Von Januar bis November habe die Branche mit rund 3,59 Millionen Neuzulassungen ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht.

Nach Angaben des Kraftfahrzeugbundesamtes (KBA) profitierten im November von den Zuwachsraten besonders Opel und VW mit einem Absatzplus von 41,1 beziehungsweise 35,2 Prozent. Bis auf BMW  mit einem Rückgang von 7,0 Prozent hätten aber alle deutschen Autobauer Zugewinne verbucht.

VW-Personalvorstand Horst Neumann erklärte am Mittwoch in Wolfsburg, VW habe 2009 in 44 Sonderschichten und durch die Produktion während des Werksurlaubes mehr als 24.000 Fahrzeuge zusätzlich gebaut. "Das ist angesichts der globalen Markteinbrüche eine sehr gute Leistung - ein Blankoscheck für eine sorglose Zukunft ist das aber nicht", warnte Neumann. VW plane, auch zu Beginn des kommenden Jahres sechs Sonderschichten einzulegen.

Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.