Daimler Aus für Mercedes C-Klasse in Sindelfingen

Das Daimler-Stammwerk in Sindelfingen wird künftig keine Mercedes-Benz-Modelle der C-Klasse mehr produzieren. Diese sollen künftig vor allem im Werk Bremen und in den USA gebaut werden. Auch in China will Daimler die Stückzahlen der erfolgreichsten Baureihe des Konzerns erhöhen.

Stuttgart - Der Autokonzern Daimler  will die Mercedes C-Klasse künftig nicht mehr in Sindelfingen bauen, sondern vor allem in Bremen und in den USA. Im Gegenzug soll vom Jahr 2014 an die Mercedes-SL-Montage von Bremen nach Sindelfingen verlagert werden. Unter anderem dadurch werde die Beschäftigung für die Sindelfinger C-Klasse-Mitarbeiter erhalten, teilte Daimler am Mittwoch mit.

Nach Daimler-Angaben sind im bisher größten Daimler-Produktionswerk allerdings 1800 Stellen von der Verlagerung betroffen. "Den betroffenen Mitarbeitern werden auch zukünftig attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten", sagte ein Daimler- Sprecher.

Die Beschäftigten in Sindelfingen, dem größten Pkw-Werk des Konzerns, hatten in den vergangenen Tagen für den Erhalt von rund 5000 Arbeitsplätzen demonstriert, deren Bestand im Zuge der seit Monaten diskutierten Verlagerung auf dem Spiel stand.

Die Beschäftigung der Sindelfinger Mitarbeiter aus der C-Klasse-Produktion könne durch die Produktionsverlagerung des Mercedes-Benz SL und andere Maßnahmen gesichert werden, teilte Daimler mit.

Der Autobauer rechnet in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Absatzschub und will ab dem Jahr 2015 jährlich rund 1,5 Millionen Pkw ausliefern. Das wären gut 50 Prozent mehr als in diesem Jahr, in dem Daimler wie andere Autobauer mit der Absatzkrise kämpft und Kurzarbeit fährt.

Ausbau der C-Klassen-Produktion in USA und in China

Durch den Umbau der Produktionsstandorte erhofft sich Daimler vor allem Einsparungen bei den Produktionskosten und geringere Belastungen durch den schwachen Dollar-Kurs. "Aufgrund des starken Wettbewerbs im Segment der C-Klasse ist für uns eine kostenoptimale Aufstellung der Produktion für die Zukunft enorm wichtig", sagte Mercedes-Benz-Produktionschef Rainer Schmückle.

Durch die künftige Produktion der C-Klasse im US-Werk Tuscaloosa ergäben sich auch Vorteile durch geringere Zoll- und Logistikkosten. Um die drohende Verlagerung von Teilen der Produktion zulasten von Sindelfingen in die USA zu verhindern, hatten am Dienstag mehr als 12.000 Mitarbeiter von Daimler und Zulieferern die Arbeit vorübergehend eingestellt.

Im Mercedes-Benz-Pkw-Werk Sindelfingen sind insgesamt mehr als 36.000 Mitarbeiter beschäftigt. Rund jeder dritte von Mercedes-Benz weltweit verkaufte Pkw ist ein Modell der Baureihe C-Klasse, zu der auch noch die Coupes SLK und CLK zählen. In Sindelfingen können derzeit im Schnitt täglich rund 660 Fahrzeuge der C-Klasse gebaut werden, was rund einem Drittel der weltweit verkauften Stückzahl der Baureihe entspricht.

Die C-Klasse wird auch in Bremen, Südafrika und in China gefertigt. Auch in China steht eine Ausweitung der Produktionskapazitäten an. Der Großteil der Pkw-Produktion von Mercedes-Benz ist bislang auf dem europäischen Kontinent konzentriert.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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