Freitag, 13. Dezember 2019

Schifffahrtsbranche Insolvenzwelle rollt auf Finanzierer zu

Die Lage für die in schwere See geratene Schifffahrtsbranche spitzt sich offenbar zu. Alle direkt oder indirekt mit dem Schiffbau verbundenen Firmen sind nach Einschätzung des Hamburger Senats bedroht. Die heranrollende Insolvenzwelle könnte demnach auch manche Bank erfassen. Der Staat will eingreifen.

Hamburg - Banken und Emissionshäuser mit einem starken Engagement bei Schiffsfinanzierungen sind nach Einschätzung des Hamburger Senats offenbar akut gefährdet. "Einige stehen massiv unter Liquiditätsdruck oder sind bereits insolvenzgefährdet", zitierte das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL am Samstag aus einer internen Vorlage der Behörde für Wirtschaft und Arbeit mit dem Titel "Aktuelle Situation im Bereich der Schiffsfinanzierer".

Keine Fracht in Sicht: Schiffe warten im Hamburger Hafen
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Keine Fracht in Sicht: Schiffe warten im Hamburger Hafen
Eine von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young koordinierte Arbeitsgruppe erarbeitet einen nationalen Rettungsplan Schifffahrt, wie ein Sprecher der Hamburger Wirtschaftsbehörde am Samstag bestätigte. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust solle diesen Plan Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) unterbreiten, "damit hier im Januar nicht die Lichter ausgehen", wie ein mit den Verhandlungen befasster Experte formuliert.

Der "drastische Verfall" von Fracht- und Charterraten sowie Schiffspreisen bedrohe derzeit "alle, die direkt und indirekt mit dem Schiffbau in Verbindung stehen", zitiert das Magazin aus der Senatsvorlage.

"Wenn die Schiffsfinanzierer ihre laufenden Finanzierungen in der Bilanz nach den aktuellen Marktwerten für Schiffe bewerten müssen, drohen weitere Abschreibungen in Milliardenhöhe. Sogar die involvierten Banken könnten dadurch von der Insolvenz bedroht sein, wenn sie nicht mehr über die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geforderte Eigenkapitalquote verfügen", heißt es in dem Bericht.

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