Aufschwung Deutschland und Frankreich stützen Europa

Weil die wirtschaftliche Erholung greifbarer wird, schöpfen Europas Unternehmen und Verbraucher Hoffnung: Der Stimmungsindex der Wirtschaft in der Euro-Zone ist entsprechend klar gestiegen. Besonders deutlich verbesserte sich die Lage offenbar zuletzt in Deutschland und Frankreich.

Brüssel - Die Stimmung von Unternehmern und Verbrauchern in der Euro-Zone hat sich im November überraschend stark aufgehellt. Der entsprechende Index kletterte um 2,7 auf 88,8 Punkte, wie die Europäische Kommission am Freitag mitteilte. Im März hatte es ein Rekordtief von 64,6 Zählern gegeben. Dennoch verharre das Barometer immer noch unter seinem langjährigen Durchschnitt, sagte die EU-Kommission.

Die deutlichen Anstiege in Frankreich und Deutschland machten dabei Rückgänge in Großbritannien und Spanien mehr als wett. Dabei verbesserte sich die Stimmung besonders in der Industrie. Die Unternehmer berichteten insgesamt über anziehende Aufträge und bessere Aussichten für die Produktion. Auch im Handel, bei Dienstleistern und Bauwirtschaft verbesserte sich das Geschäftsklima.

"Dies darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Entwicklung immer noch sehr labil ist", sagte DIW-Experte Stefan Kooths. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Wirtschaftsleistung in der Bundesrepublik dann auch immer noch um 4,7 Prozent schwächer als in 2008. Im gesamten Jahr 2009 dürfte das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland damit trotz der jüngsten Konjunkturbelebung so stark einbrechen wie nie zuvor in der Geschichte der Republik.

Das EU-Konjunkturbarometer setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Die Entwicklung im Sektor Industrie beispielsweise beeinflusst den Index mit 40 Prozent, Stimmungsänderungen von Verbrauchern und dem Handel bewegen den Index dagegen nur jeweils mit 5 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa.