Donnerstag, 12. Dezember 2019

Dubai-Krise Weltmärkte blicken in die Wüste

Die Finanznot Dubais hält die Märkte weiter in Atem. An den Börsen geht es erneut abwärts und weltweit melden sich immer mehr Unternehmen, die von den Problemen im Emirat betroffen sind. Die Regierung vor Ort versucht unterdessen, die Gemüter zu beruhigen.

Hamburg/Dubai - Die australische Hochtief-Tochter Leighton ist an mehreren Bauprojekten im Emirat Dubai beteiligt und sitzt dadurch auf unbezahlten Rechnungen. Die Lage sei nicht neu und das Unternehmen erwarte keinen Ausfall der Zahlungen, sagte ein Leighton-Sprecher am Freitag.

Auf Sand gebaut? Den Projekten in Dubai geht das Geld aus
"Wir sind zuversichtlich, dass wir das uns zustehende Geld erhalten, allerdings ist der Zeitpunkt unklar." Die Unterbrechung der Zahlungen sei eine Folge der weltweiten Finanzkrise und bei der Vorlage der Jahresergebnisse im August ein Thema gewesen. Die betroffenen Projekte wurden damals nicht genannt.

Taiwans viertgrößte Bank Mega Financial räumte dagegen ein, sie erwarte einige Belastungen aus ihrem Dubai-Engagement. Das Haus versuche derzeit, die Gesamtsumme festzustellen, sagte Vorstandsmitglied Grace Lin der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir sind sehr besorgt. Wir haben gehört, dass auch noch andere taiwanische Banken betroffen sind."

Dagegen teilte Chinas fünftgrößtes Institut Bank of Communications mit, es sei nicht in Dubai engagiert. Auch der chinesische Baukonzern China State Construction International schließt Belastungen durch die Zahlungsschwierigkeiten des Emirats aus. Das Unternehmen sei nicht von Projekten in Dubai betroffen, erklärte der Konzern, nachdem der Aktienkurs in Hongkong mehr als 6,5 Prozent abgestürzt war.

Die Geldnöte des einstigen Boom-Emirats Dubai haben Ängste vor einer neuen Welle der Finanzkrise ausgelöst und weckten Zweifel an der Zahlungsfähigkeit auch anderer Golf-Staaten. Dubai hat am Mittwoch seine Gläubiger um Zahlungsaufschub bis Mitte nächsten Jahres gebeten.

An den Finanzmärkten hatte dies heftige Reaktionen ausgelöst. Die Aktienkurse gerieten ins Rutschen, der deutsche Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen verlor allein am Donnerstag mehr als 3 Prozent. Heute startete der Handel in Frankfurt erneut im Minus.

Auch in Asien bröckelten über Nacht die Kurse. "Die Panik ist wieder ausgebrochen", sagte Francis Lun von Fulbright Securities. Sorgen über Auswirkungen der Geldnöte Dubais auf die Bilanzen ließen Banktitel nachgeben. In Tokio verloren Mitsubishi UFJ Financial 2,2 Prozent, während sich HSBC Holdings und Standard Chartered in Hongkong um jeweils rund 6 Prozent verbilligten.

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