Tagesticker "Was will Ackermann mit all dem Geld?"

Saab verhandelt mit neuen Kaufinteressenten. Die Bank of America warnt davor, dass die Dubai-Krise weitere Volkswirtschaften in eine ernste Lage bringt. Und der Konzernlenker Jürgen Heraeus kritisiert Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann für sein hohes Gehalt. Verfolgen Sie den Tagesticker auf manager-magazin.de.

20.40 Uhr: Der Autobauer Saab schöpft neue Hoffnung: Wenige Tage nach dem Rückzug der Sportwagenschmiede Koenigsegg führt die schwedische General-Motors-Tochter wieder Gespräche mit Kaufinteressenten. "Wir können bestätigen, dass wir von unterschiedlichen Investoren gehört haben", sagte Unternehmenssprecherin Gunilla Gustavs am Freitag. Saab stehe mit mehreren potenziellen Käufern in engem Kontakt.

20.05 Uhr: Die Schuldenkrise in Dubai könnte sich nach einer Einschätzung der Bank of America ausweiten und andere Schwellenländer erheblich in Mitleidenschaft ziehen. Es sei nicht auszuschließen, dass die Zahlungsschwierigkeiten zu einem "größeren staatlichen Ausfallproblem werden", schreibt die US-Großbank in einem Bericht, aus dem die Wirtschaftsagentur Bloomberg am Freitag zitierte. Unter aufstrebenden Wirtschaftsmächten könnte dies dieselbe Wirkung entfalten wie die Finanzprobleme Argentiniens zu Beginn des Jahrtausends oder Russlands in den 90er Jahren.

19.45 Uhr: Die wichtigsten US-Aktienindizes haben am Freitag nach verkürzten Handelszeiten belastet von Sorgen um die Finanzkraft Dubais schwach geschlossen. Am Donnerstag hatte die Börse nicht auf die Hiobsbotschaft aus der arabischen Region für die Finanzmärkte reagieren können, da die Wall Street wegen des Feiertags "Thanksgiving" geschlossen war. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 1,72 Prozent auf 1091,49 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq sank der Composite Index um 1,73 Prozent auf 2138,44 Punkte. Der Nasdaq 100 schwächte sich um 1,57 Prozent auf 1765,46 Zähler ab.

19.35 Uhr: Eine erfreuliche Bilanz der diesjährigen Nachvermittlung zieht Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK): "Allen Jugendlichen, die wollen und können, haben wir ein Angebot auf Ausbildung gemacht." Damit konnte die Wirtschaft ihre Zusage aus dem Ausbildungspakt ungeachtet der schlechten Konjunktur erneut einhalten.

18.30 Uhr: Wegen Abschreibungen auf Giftpapiere braucht die Apotheker- und Ärztebank (Apobank) weitere Hilfen der anderen Genossenschaftsbanken. Die größte genossenschaftliche Filialbank werde auf ihr 5,4 Milliarden Euro schweres Finanzportfolio 2009 zusätzliche Wertberichtigungen im niedrigen dreistelligen Millionenbereich vornehmen, kündigte Bankchef Herbert Pfennig am Freitag an. Ein Verlust im Gesamtjahr könne deshalb nicht ausgeschlossen werden. Zudem trennte sich die Düsseldorfer Bank von ihrem langjährigen Finanz- und Risikochef Günther Herion.

18.25 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der HypoVereinsbank , Theodor Weimer, hat vor einer neuerlichen Spekulationsblase gewarnt. Derzeit versuchten jene Marktteilnehmer, die in der Finanzmarktkrise Verluste erlitten hätten, diese zu kompensieren, sagte er auf dem Wirtschaftsforum der Wochenzeitung "Die Zeit". Der Unternehmer und Vorsitzende von Unicef Deutschland, Jürgen Heraeus, kritisierte das hohe Einkommen von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. "Was will er damit?", fragte der Konzernlenker bei der Podiumsdiskussion "Deutsches Unternehmertum".

16.20 Uhr: Bosch will auch im kommenden Jahr kürzer als gewöhnlich arbeiten lassen. Zur Debatte stehen dabei im Wesentlichen zwei Modelle: Kurzarbeit oder verkürzte Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Bislang gab es bei Bosch sowohl Kurzarbeit als auch verkürzte Arbeitszeiten.

IMK sieht Anzeichen für bevorstehenden Crash

17.50 Uhr: Nach dem Rücktritt von MAN-Chef Hakan Samuelsson nimmt auch Finanzvorstand Karlheinz Hornung seinen Hut. Der Manager werde sein Amt mit Wirkung zum 11. Dezember niederlegen, teilte der Konzern mit. Für diesen Tag ist eine Aufsichtsratssitzung angesetzt, bei der interne Ermittler ihren Abschlussbericht zur Schmiergeldaffäre bei MAN vorlegen wollen. Hornung betonte, sein Rückzug stehe mit dem Korruptionsverfahren nicht in Zusammenhang, sondern erfolge aus persönlichen Gründen.

17.50 Uhr: Angesichts einer möglichen Zahlungsunfähigkeit Dubais warnt der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, vor einem neuen weltweiten Crash der Finanzmärkte. "In der Tat könnte Dubai ein Vorbeben eines künftigen Crashs sein", sagte Horn am Freitag "Handelsblatt Online". An der Schuldenkrise des Golfstaats zeige sich, dass selbst an sich wohlhabende Staatsfonds gemessen an ihren gigantischen Vorhaben über zu wenig Eigenkapital verfügten. Noch wisse man nicht, wo dies sonst noch der Fall sei.

17.40 Uhr: Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) blickt trotz der anhaltenden Krise optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft. "Wir erwarten für das Weihnachtsgeschäft 2009 ein Minus im Umsatz von 1,5 Prozent", sagte HDE-Sprecherin Ulrike Hörchens der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). Diese Prognose liege über den Erwartungen für das Gesamtjahr. Für 2009 geht der Verband von um 2,0 Prozent geringeren Erlösen im Vergleich zum Vorjahr aus.

17.30 Uhr: Der Bremsenspezialist Knorr-Bremse sieht den Tiefpunkt der Wirtschaftskrise überwunden. Bereits im kommenden Jahr sei mit einem Anstieg der Produktion zu rechnen, sagte Vorstandschef Raimund Klinkner laut der Nachrichtenagentur MTI am Freitag im ungarischen Kecskemet. Allerdings werde es drei bis vier Jahre dauern, bis wieder so viel produziert werde wie vor der Krise.

17 Uhr: Die Wirtschaftskrise trifft die Deutsche Bahn noch weit härter als bislang bekannt. Der Staatskonzern schraubt seine Gewinnprognose für dieses Jahr abermals herunter und rechnet nun mit einem Einbruch um gut eine Milliarde Euro, wie Konzernunterlagen zeigen, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlagen. Demnach geht die Bahn nun nur noch von einem operativen Gewinn von rund 1,4 Milliarden Euro aus. Im Vorjahr lag das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) bei fast 2,5 Milliarden Euro. Zuletzt hatte das Unternehmen noch 1,8 Milliarden Euro angepeilt.

16.55 Uhr: Die bisherige Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) wechselt ins Arbeitsministerium. Der bisherige Ressortchefs Franz Josef Jung hatte am frühen Nachmittag seinen Rücktritt bekannt gegeben. Neue Familienministerin wird die hessische CDU-Abgeordnete Kristina Köhler.

Steuersenkungen stehen auf der Kippe

16.40 Uhr: Die für Januar geplanten Steuersenkungen der schwarz-gelben Koalition stehen auf der Kippe. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Union konnten sich bei einer vertraulichen Unterredung auf keine gemeinsame Linie zu Ausgleichszahlungen des Bundes an einzelne Länder für die Steuerausfälle verständigen. Verzögerungen bis ins nächste Jahr hinein wurden am Freitag in Länderkreisen nicht mehr ausgeschlossen.

16.15 Uhr: BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hat vor dem Augsburger Landgericht erfolgreich die Rückzahlung der durch ihren Erpresser Helg S. ergaunerten Millionen eingeklagt. Klatten habe nun Anspruch auf knapp 9,5 Millionen Euro plus fünf Prozent Zinsen, sagte der Vizepräsident des Gerichts, Maximilian Hofmeister, am Freitag. Ob die Quandt-Erbin ihre Millionen tatsächlich jemals erhält, bleibt dabei ungewiss: Helg S. schweigt nach wie vor zum Verbleib des Geldes.

16 Uhr: Aus Furcht vor der möglichen Zahlungsunfähigkeit Dubais haben sich Anleger aus riskant geltenden Anlagen zurückgezogen. Davon profitierten vor allem der Dollar und der Yen. Der Euro (Kurswerte anzeigen) rutschte unter 1,49 Dollar und verbilligte sich damit im Vergleich zum Vortag um rund zwei US-Cent.

15.50 Uhr: Der Optikkonzern Leica ist im ersten Geschäftshalbjahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2009/2010 stand unter dem Strich ein Verlust von 9,6 Millionen Euro - das waren 2,4 Millionen Euro Minus mehr als im Vorjahreszeitraum, wie Leica am Freitag im mittelhessischen Solms mitteilte

15.20 Uhr: GM-Europa-Chef Nick Reilly will in etwa drei Wochen seine Vorschläge für die Umsetzung des Sanierungsplans bei Opel präsentieren. Bis dahin sollten die Beratungen mit Regierungen und Arbeitnehmern möglichst weit sein, teilte er am Freitag in einem Internet-Blog des Konzerns mit. Sowohl von Beschäftigten als auch von den Regierungen forderte der Opel-Sanierer Unterstützung. "Wenn Opel/Vauxhall gedeihen soll, dann müssen alle Beteiligten ihren Beitrag zu unserem Sanierungsplan leisten." Das Unternehmen habe der Europatochter auch neue Ziele gesetzt, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Diese will GM Mitte Dezember präsentieren.

15 Uhr: Die Schweizer Bürger sollen bei der faktischen Abschaffung des Bankgeheimnisses für im Ausland wohnende Kontoinhaber das letzte Wort haben. Die Regierung stellt die bereits abgeschlossenen Doppelbesteuerungsabkommen nach Mitteilung des Bundesrats vom Freitag zur Abstimmung. Die Abkommen sehen vor, dass bei Verdacht auf Steuerhinterziehung Amtshilfe gewährt wird. Das Bankgeheimnis für in der Schweiz lebende Bürger ist davon nicht betroffen. Zur Abstimmung werden die Abkommen mit den USA, Dänemark, Frankreich, Mexiko und Großbritannien gestellt.

DIW rechnet mit 0,8 Prozent Wirtschaftswachstum im vierten Quartal

14.15 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) hat sich mittlerweile ins Plus gearbeitet und notiert bei 5635 Punkten, ein Zuwachs von 0,4 Prozent.

13.10 Uhr: Angesichts der Angst vor Finanzproblemen Dubais deuten die Futures der wichtigsten US-Indizes auf einen deutlichen Abschlag zur Börseneröffnung hin. Der S&P-Future liegt drei Prozent im Minus, der Dow-Jones-Future notierte 2,3 Prozent niedriger und der Future auf den Nasdaq 100 drei Prozent tiefer. "Die Sorgen um Dubai sind ein Thema, aber sie sind kein richtiger Schock", sagt Händler Mic Mills von ETX Capital in London. Er schließt nicht aus, dass es wegen der Abwesenheit vieler Investoren zu einer übertriebenen Reaktion kommen könne. Am Donnerstag waren die US-Börsen wegen des Feiertages "Thanksgiving" geschlossen. Am Freitag ist der Handel verkürzt.

12.30 Uhr: Der russische Energiekonzern Gazprom (Kurswerte anzeigen) will das Angebot des französischen Versorgers GDF Suez annehmen und dessen 5,26-Prozent- Anteil an dem ostdeutschen Versorger VNG erwerben, sagte Gazprom-Vorstand Alexej Miller. Damit würde sich der Anteil von Gazprom an VNG auf 10,52 Prozent verdoppeln.

11.20 Uhr: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet im vierten Quartal 2009 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent in der Bundesrepublik. Die hiesige Entwicklung stützt bereits ein wenig die gesamte Konjunkturerholung in der Euro-Zone. "Derzeit sieht es allerdings eher nach einem ausgedehnten Zwischenspurt und weniger nach dem Auftakt für einen Dauerlauf aus", schränkt DIW-Konjunkturexperte Stefan Kooths ein.

10.30 Uhr: Die weltweite Konjunkturerholung hat im Oktober die Importpreise leicht steigen lassen. Einfuhren verteuerten sich im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

10 Uhr: Volkswagen (Kurswerte anzeigen) investiert in Brasilien 2,3 Milliarden Euro in den Ausbau seiner Fabriken und neue Produkte. Wie eine Sprecherin am Freitag bestätigte, ist diese Summe Teil des vor einer Woche bekannt gegebenen Investitionspakets des Konzerns über insgesamt rund 25,8 Milliarden Euro.

Die Börse Tokio schließt schwach

9 Uhr: ThyssenKrupp (Kurswerte anzeigen) rechnet mit einer zähen Entspannung der wirtschaftlichen Lage. "Die sich aktuell abzeichnende wirtschaftliche Erholung sehen wir noch als fragil an und gehen von einer eher langsamen Verbesserung aus", sagte Vorstandschef Ekkehard Schulz am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz in Essen. Im laufenden Geschäftsjahr 2009/2010 solle sich die Zahl der Beschäftigten um 20.000 auf 167.000 verringern.

8.10 Uhr: Anleger verkaufen heute vergleichsweise viele Gold-Investment. Das Edelmetall verbilligte sich um bis zu 2,2 Prozent auf 1166,75 Dollar je Feinunze. Für Volkswirt Tatsufumi Okoshi von Nomura Securities ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis Gold die psychologisch wichtige Marke von 1200 Dollar überspringen werde. Seit Monatsbeginn hat sich das Edelmetall, angetrieben von der Dollar-Schwäche, um 13 Prozent verteuert.

7.40 Uhr: Die Aktienbörse in Tokio hat am Freitag angesichts der deutlichen Festigung des Yen schwach geschlossen. Der Nikkei- Index für 225 führende Werte sackte um 301,72 Punkte oder 3,22 Prozent auf den Endstand von 9081,52 Punkten ab. Der breit gefasste TOPIX fiel um 18,55 Punkte oder 2,24 Prozent und ging mit 811,01 Punkten ins Wochenende. Im Wochenvergleich büßte der Nikkei-Index damit 4,38 Prozent ein und der TOPIX 3,30 Prozent.

7.00 Uhr: Der US-Flugzeugbauer Boeing hat einem Medienbericht zufolge Leasing-Verträge mit zwei chinesischen Finanzinstituten abgeschlossen. Die beiden Unternehmen seien die China Construction Bank und CDB Leasing, berichtete "China Business News" am Freitag. Großaktionär der CDB Leasing ist die China Development Bank. Boeing will durch die Vereinabrungen in die rasch wachsende Luftfahrtindustrie der Volksrepublik China vordringen.

6.30 Uhr: Der britische Finanzminister Alistair Darling wird seine Konjunkturprognose für 2009 voraussichtlich senken. Er werde aber daran festhalten, dass zum Jahreswechsel die Wirtschaft wieder wachsen werde, erfuhr Reuters aus Kreisen des Finanzministeriums in der Nacht zu Freitag. Die Wirtschaft werde in diesem Jahr voraussichtlich um rund 4,75 Prozent und nicht wie zuvor geschätzt um 3,5 Prozent schrumpfen, hieß es in den Kreisen. Darling will seine Konjunkturprognose am 9. Dezember präsentieren. Die britische Wirtschaft ist in sechs Quartalen in Folge geschrumpft, im dritten Quartal dieses Jahres betrug das Minus noch 0,4 Prozent. Damit hinkt das Königreich hinter anderen Volkswirtschaften her, die sich langsam von der Wirtschaftskrise zu erholen beginnen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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