Autozulieferer Aufschwung steigert Konkursgefahr

Jeder fünfte deutsche Autozulieferer ist laut einer Studie akut vom Konkurs bedroht. Die Zahl der gefährdeten Unternehmen stieg in den vergangenen 18 Monaten um fast 70 Prozent. Es klingt paradox: Ein starker Aufschwung würde die Konkursgefahr für die Firmen noch steigern.

Darmstadt - Die Zahl der gefährdeten Automobilzulieferer sei in den vergangenen 18 Monaten um fast 70 Prozent gestiegen, berichtete der Automotive-Experte des Wirtschaftsinformationsdienstes D&B Deutschland, Michael Seifert, am Donnerstag in Darmstadt.

"Zurzeit findet ein Sammeln am Abgrund' statt", urteilte der Experte. Viele der betroffenen Unternehmen würden die Krise nicht überstehen - zumindest nicht als selbstständige Einheit.

Der Wirtschaftsinformationsdienst hatte für seine Studie insgesamt 5440 Unternehmen untersucht. Rund 1100 von ihnen sind nach Einschätzung der Experten akut gefährdet. "War vor einem Jahr noch knapp jeder achte Zulieferer von der Insolvenz bedroht, ist es heute bereits jeder fünfte", sagte Seifert.

Paradoxerweise könnte dabei ein starker Aufschwung für die Unternehmen die Konkursgefahr sogar noch verstärken, meinte der Experte. Denn die Unternehmen hätten in den vergangenen Monaten die Lagerbestände abgebaut und die Investitionen zurückgefahren. Werde jetzt die Produktion von den Automobilherstellern wieder hochgefahren, müssten die Zulieferer erst einmal selbst wieder Geld in die Hand nehmen, um die notwendigen Rohstoffe einzukaufen. Eigenkapitalschwachen Zulieferern ohne ausreichende Kreditlinien drohe dann die Zahlungsunfähigkeit.

manager-magazin.de mit Material von ap

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