Tagesticker VW pumpt Milliarden nach Brasilien

Volkswagen will 2,3 Milliarden Euro in Brasilien investieren. Zwischen der EU und China könnten 2010 die Handelsstreitigkeiten zunehmen. Die britische Bank Lloyds erhöht ihr Kapital um 15 Milliarden Euro. Die Frankfurter Sparkasse will Lehman-Kunden entschädigen. Verfolgen Sie den Tagesticker auf manager-magazin.de.

20 Uhr: Volkswagen  will wegen der steigenden Nachfrage nach Fahrzeugen bis 2014 einen Milliardenbetrag in Brasilien investieren. Die brasilianische Tochtergesellschaft wolle 2,3 Milliarden Euro in ihr Geschäft stecken, sagte Thomas Schmall, VW-Chef in dem südamerikanischen Land. Das Unternehmen gehe davon aus, dass der brasilianische Markt bis 2014 einen Absatz von vier Millionen Einheiten erreiche. Derzeit belaufe sich der Verkauf auf rund drei Millionen Fahrzeuge jährlich.

19.40 Uhr: Das russische Erdgasprojekt South Stream erhält Verstärkung aus Frankreich. Der weltgrößte Atomstromproduzent Electricite de France werde sich an der Pipeline beteiligen, sagte der Chef des italienischen Energiekonzerns Eni, Paolo Scaroni. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hätten die Unterzeichnung einer Absichterklärung bereits ins Auge gefasst. South Stream ist ein Konkurrenzprojekt zur Nabucco-Pipeline, mit der sich Europa aus der Abhängigkeit von russischen Energielieferungen lösen will.

19.30 Uhr: Zwischen China und der Europäische Union dürfte es nach Ansicht eines EU-Vertreters nächstes Jahr verstärkt zu Handelsstreitigkeiten kommen. Das schnell wachsende Schwellenland versuche zunehmend, seine Überkapazitäten zu Dumping-Preisen auf den Weltmarkt zu bringen, sagte der Chef der EU-Handelskammer in China, Jörg Wuttke. Da entsprechende Anti-Dumping-Verfahren rund ein Jahr Vorlauf benötigten, sei für die zweite Jahreshälfte 2010 mit deutlich mehr Fällen zu rechnen.

19 Uhr: Die Zahl der Arbeitslosen ist in Frankreich im Oktober um 52.400 oder 2 Prozent auf 2,63 Millionen gestiegen. Das seien 25 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das französische Arbeitsamt am Donnerstagabend mit. Einschließlich der geringfügig Beschäftigten und anderer Kategorien stieg die Gesamtzahl der Arbeitssuchenden um 1,2 Prozent auf 4,02 Millionen. Auf Jahresfrist betrug der Anstieg 20,1 Prozent.

Vattenfall verschiebt Netzverkauf

18.35 Uhr: Der Lenkungsausschuss des Bankenrettungsfonds Soffin hat dem Plan zur Stabilisierung der WestLB zugestimmt. Das Rettungspaket sieht vor, giftige Wertpapiere im Wert von 85 Milliarden Euro in eine sogenannte Bad Bank auszulagern. Dieses Abwicklungsinstitut wird laut Lenkungsausschuss zur Deckung der erwarteten Verluste mit bis zu vier Milliarden Euro Eigenkapital ausgestattet. Diese Kapitaldecke werde teils durch die WestLB selbst zur Verfügung gestellt, teils von den Eigentümern in Form von Garantien eingebracht.

18.30 Uhr: Der Verkaufsprozess für die deutschen Stromautobahnen des schwedischen Versorgers Vattenfall  ist wieder völlig offen. "Die Phase der Exklusivität mit einen Bieter ist beendet und wir haben uns für weitere Interessenten geöffnet", sagte ein Sprecher von Vattenfall Europe. Ein Verkauf des Fernleitungsnetzes noch in diesem Jahr sei damit entgegen der bisherigen Planung unwahrscheinlich. Finanzkreisen zufolge verhandelt der Versorger nun vor allem mit dem belgischen Netzbetreiber Elia, der eigentlich schon aus dem Rennen war. Zuvor hatte Vattenfall exklusiv mit einem Konsortium um Fonds der Deutschen Bank , Allianz  und Goldman Sachs  gesprochen.

18.10 Uhr: Belastet von schwachen Aktienmärkten ist der Euro in Dollar  in Richtung 1,50 Dollar gesunken. Am späten Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,5025 Dollar und damit knapp einen Cent weniger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,5071 (Mittwoch: 1,5083) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6635 (0,6630) Euro.

17.30 Uhr: Die deutschen Börsen sind heute sehr schwach aus dem Handel gegangen. Der Dax  schloss 3,1 Prozent im Minus bei 5624 Punkten.

16.50 Uhr: Die Eigentümer der größten britischen Privatkundenbank Lloyds haben die Rekordkapitalerhöhung über umgerechnet 15 Milliarden Euro genehmigt. 99,75 Prozent der Investoren hätten dem Schritt zugestimmt, teilte die Bank bei der Aktionärsversammlung in Birmingham mit. Lloyds hat mehr Anteilseigner als jedes andere britische Unternehmen, seit die Bank im Januar im Zuge der Finanzkrise die Konkurrentin HBOS übernommen hat. Die Bank geriet allerdings auch selbst ins Taumeln und wurde teilverstaatlicht. Mit der Kapitalerhöhung will sie sich des staatlichen Einflusses entledigen.

Fraspa entschädigt Lehman-Kunden

16.30 Uhr: Die Deutsche-Post-Tochter DHL und 19 weitere Kurierdienste sind ins Visier der italienischen Wettbewerbshüter geraten. Es gehe um den Verdacht der Preisabsprachen, teilte die Kartellbehörde mit. Es lägen Beschwerden vor, dass sich die Unternehmen über Gebührenerhöhungen im Transport auf der Straße verständigt hätten. Die Post-Aktie  lag am Nachmittag fast 4 Prozent im Minus. Ein DHL-Sprecher sagte, zwei Büros des Unternehmens in Mailand seien am Donnerstag durchsucht worden.

16.30 Uhr: Philips  und anderen Bildschirmherstellern droht ein hohes EU-Bußgeld. Die EU-Kommission wirft ihnen vor, mit illegalen Absprachen den freien Wettbewerb behindert zu haben. Sie eröffnete deswegen Kartellverfahren, wie EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes in Brüssel mitteilte. Falls die Kommission ihren Verdacht erhärten kann, drohen den Unternehmen Bußgelder von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes. 2008 erwirtschaftete Philips einen Umsatz von 26,385 Milliarden Euro.

16.10 Uhr: EZB-Banker Ivan Sramko verlangt eine strengere Haltung der EU-Kommission gegenüber Defizitsündern. "Meiner Ansicht nach war die Europäische Kommission ein wenig großzügig, als sie einigen Ländern bis zum Jahr 2013 Zeit zur Einhaltung der Defizitgrenze von unter 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gegeben hat", sagte Sramko in Bratislava. "Sie hätte ruhig ein wenig strenger sein können", fügte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) hinzu. Ähnlicher Ansicht ist auch die Bundesbank, die der Brüsseler Kommission jüngst bescheinigte, die Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspakts "bis an dessen Grenzen" gedehnt zu haben.

15.30 Uhr: Die Frankfurter Sparkasse (Fraspa) kommt geschädigten Anlegern von Lehman-Zertifikaten entgegen. Die Bank bietet etwa 5000 Kunden, die bei ihr die inzwischen wertlos gewordenen Papiere gekauft haben, den Rückkauf der Zertifikate zu 50 Prozent des angelegten Betrages an, teilte die Fraspa mit. Die Fraspa hat für diese Aktion nach eigenen Angaben 44 Millionen Euro bereitgestellt.

14.50 Uhr: Die anhaltende Schwäche des Dollar in Euro  treibt den Goldpreis immer weiter nach oben. Am Donnerstag erreichte das Edelmetall zeitweise den neuen Höchstpreis von 1.196,80 Dollar pro Unze, weil Investoren sich gegen ein weiteres Sinken der US-Währung abzusichern versuchen.

Kreditvergabe im Euro-Raum bleibt schwach

14.30 Uhr: Die Kreditvergabe im Euro-Raum ist im Oktober schwach geblieben. Nach Zahlen der Europäischen Zentralbank vom Donnerstag ist sie den zweiten Monat in Folge rückläufiggewesen. Obwohl dies laut Experten nicht nur auf ein schwaches Angebot an Krediten zurückzuführen ist, sehen sie auch die Gefahr eines anhaltend schwachen Kreditangebots.

14 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt steht tief in den roten Zahlen: Der Leitindex Dax  verliert 1,7 Prozent auf 5703 Punkte. Der MDax  gibt 2,3 Prozent auf 7167 Zähler nach. Und der Technologieindex TecDax  büßt 1,2 Prozent auf 782 Stellen ein.

13 Uhr: Technische Probleme haben den Handel an der Londoner Börse am Donnerstag unterbrochen. Es seien deshalb bis auf weiteres keine aktuellen Preise für die gehandelten Aktien und Wertpapiere zu erhalten, teilte die Börse mit. Der Leitindex FTSE 100  blieb kurz vor Mittag bei 5264 Punkten und damit minus 1,9 Prozent stehen. Auch in Mailand klagten Händler über technische Probleme. Die Verbindung zum Handelsplatz sei wiederholt zusammengebrochen, teilte die Börse mit. Der Handel wurde aber nicht ausgesetzt.

12.50 Uhr: Die deutsche Bergbaumaschinenindustrie wird in diesem Jahr einen Rekordumsatz einfahren. Erwartet wird gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von 10 Prozent auf rund vier Milliarden Euro, wie der Fachverband Bergbaumaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau mitteilte. Als Gründe für das kräftige Wachstum nannte der Verband die hohen Auftragsbestände aus dem Vorjahr sowie die Erschließung neuer Absatzmärkte in Südamerika wie vor allem in Kolumbien, Chile und Peru.

Quelle beendet Ausverkauf

12.10 Uhr: Der insolvente Versandhändler Quelle wird seinen Ausverkauf von 18 Millionen Artikeln im Internet bereits in wenigen Tagen beenden. Am 30. November werde der Verkauf dort eingestellt, teilte der Quelle-Insolvenzverwalter in Essen mit. Seit dem 1. November hätten mehr als eine Million Kunden Waren bestellt. Für die weitere Abwicklung des Unternehmens würden statt bislang 4300 nur noch rund 3000 Mitarbeiter benötigt.

11.30 Uhr: Deutschland verschenkt durch seine große Zahl an unzureichend gebildeten Schülern ein enormes Wachstumspotenzial. Die Folgekosten unzureichender Bildung durch entgangenes Wirtschaftswachstum summieren sich innerhalb der kommenden achtzig Jahre - der Lebensspanne heute geborener Kinder - auf rund 2,8 Billionen Euro. Das ist das Ergebnis einer Studie des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

11 Uhr: Bei Bund und Ländern hat die Finanz- und Wirtschaftskrise riesige Löcher in die Kassen gerissen. Allein in den Kernhaushalten fehlten in den ersten neun Monaten 2009 rund 45 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte.

Lebenshaltungskosten steigen

10.30 Uhr: Die Lebenshaltung in Deutschland wird erstmals seit Juni wieder etwas teurer. Verglichen mit dem Vorjahr stiegen die Verbraucherpreise im November nach ersten Länderdaten zwischen 0,2 und 0,4 Prozent, wie die Statistischen Landesämter von Sachsen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Hessen am Donnerstag mitteilten.

10 Uhr: Der spanische Telekommunikationskonzern Telefonica (Kurswerte anzeigen) kauft im Fernsehgeschäft zu. Der Konzern wolle einen Anteil von 21 Prozent an Digital Plus, der Bezahlfernsehsparte der Media Group Prisa, für 470 Millionen Euro erwerben, teilte Telefonica am Mittwochabend mit. Die Übernahme stehe noch unter dem Vorbehalt der Regulierungsbehörden.

9 Uhr: Die Wirtschafts- und Finanzkrise wird die Geschäftsentwicklung der IKB Bank nach eigener Einschätzung noch bis mindestens 2011 belasten. Das Marktumfeld sei weiterhin von hoher Unsicherheit und Schwankungen geprägt, erklärte die mit staatlicher Milliardenhilfe gestützte Düsseldorfer Mittelstandsbank.

Russland will Avtovaz retten

8.30 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt hat den zweiten Handelstag in dieser Woche Verluste verbucht. Der Dax  fiel zum Handelsstart um 1,81 Prozent auf 5697,80 Zähler.

8.10 Uhr: Der angeschlagener Lada-Hersteller Avtovaz soll nach Angaben der Moskauer Regierung gerettet werden. Am Freitag werde der französische Autobauer und Avtovaz-Eigner Renault  zusammen mit den anderen Teilhabern eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnen, sagte ein Sprecher des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin.

7.50 Uhr: Die hohe Arbeitslosigkeit und der angespannte Kreditmarkt haben die Zahl der Insolvenzen in den USA in die Höhe getrieben. Im dritten Quartal erklärten sich rund ein Drittel mehr Privatpersonen und Unternehmen für zahlungsunfähig als ein Jahr zuvor.

7.30 Uhr: Die Börsen in Tokio haben am Donnerstag etwas schwächer geschlossen. Der Nikkei-225-Index  verlor 0,62 Prozent auf 9383,24 Zähler und schloss damit auf einem Vier-Monats-Tief.

6.50 Uhr: Der Goldpreis hat gleich zwei Rekordhöhen erklommen. Im frühen Handel stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) in der Spitze bis auf 1194,90 US-Dollar oder umgerechnet 795,40 Euro. Damit wurden die bisherigen Rekorde sowohl in Dollar (1191,50) als auch in Euro (792,88) vom Vortag übersprungen.

6 Uhr: Der Dollar ist im fernöstlichen Handel gegenüber dem Yen auf ein 14-Jahres-Tief abgestürzt. Auslöser der Verkaufsorders war die Einschätzung der Investoren, dass die US-Währung noch weiter auf breiter Front nachgeben wird. Der Dollar fiel auf bis zu 86,52 Yen.

5 Uhr: Nach der Platzierung von 10 Millionen neuen Aktien sieht der Bonner Immobilienkonzern IVG  gute Chancen, auch eine Kapitalerhöhung größeren Umfangs durchzusetzen. Finanzvorstand Wolfgang Schäfers wertete die Kapitalerhöhung vom Oktober laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" als erfolgreichen Testlauf. "Wir haben damit unsere Kapitalmarktfähigkeit bewiesen", sagt er.

4 Uhr: Die Ölpreise sind weiter moderat gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Januar kostete am Tag nach den US-Öllagerdaten im frühen Handel 77,28 Dollar. Das waren 68 Cent weniger als zum Handelsschluss am Mittwoch.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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