Tagesticker Ackermann hält an Banken-Notfonds fest

Josef Ackermann plädiert erneut für einen Banken-Notfallfonds. Die Börsen in Frankfurt sind mit Abschlägen aus dem Handel gegangen. Siemens-Chef Peter Löscher hat die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in deutschen Unternehmen gewürdigt. Verfolgen Sie den Tagesticker auf manager-magazin.de.

19.45 Uhr: Die Deutschen Telekom  steht vor einem neuen Datenskandal. Die britische Mobilfunktochter räumte am Dienstag ein, dass Mitarbeiter persönliche Daten Tausender Kunden ohne Wissen des Konzerns an andere Unternehmen verkauft haben. Nach Angaben der britischen Datenschutzbehörde sollen die Kundendaten für eine "beträchtliche Summe" an Mitarbeiter von Konkurrenten gegangen sein. Dabei habe es sich unter anderem um Namen, Adressen und Vertragsdauer gehandelt. Die Kunden von T-Mobile UK seien anschließend von Vermittlern angerufen worden, um ihnen neue Verträge zu verkaufen.

18.30 Uhr: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hält trotz Kritik an seinem Vorschlag für einen Banken-Notfallfonds fest. Schwache Banken müssten zwar untergehen können, dies müsse aber geordnet erfolgen, sagte Ackermann der "Süddeutschen Zeitung".

Laut Ackermann ist für den Fonds eine gemeinsame Finanzierung aus privaten und staatlichen Geldern notwendig. Es gehe letztlich darum, einen Notfallplan in der Schublade zu haben, der im Vorhinein klare Abläufe definiere und Mittel habe, um riskante mitternächtliche Rettungsaktionen in akuten Krisensituationen zu verhindern, sagte Ackermann der Zeitung.

18 Uhr: Air Berlin  hat im dritten Quartal einen deutlichen Gewinnsprung verbucht und damit die Erwartungen von Analysten übertroffen. Das operative Ergebnis stieg um rund ein Drittel auf 118 Millionen Euro, wie die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft mitteilte. Der Nettogewinn stieg unter anderem durch Sondererträge auf 95,2 (Vorjahresquartal: 45,1) Millionen Euro.

17.30 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) hat sich heute schwächer aus dem Handel verabschiedet. Der deutsche Leitindex schloss 0,4 Prozent im Minus bei 5781 Punkten.

17 Uhr: Die Vergabe des Opel-Brückenkredits an General Motors war ein gutes Geschäft für Bund und Länder. Für die abgerufenen Millionen - in der Spitze waren es sogar 1,1 Milliarden Euro - musste GM 26,8 Millionen Euro bezahlen. Die Gesamtsumme teile sich auf in 22,8 Millionen Euro Risikomarge - eine Art Bürgschaftsgebühr - und rund 4 Millionen Euro Zinsen für sechs Monate, berichtete die Zeitungsgruppe mit Bezug auf interne Regierungspapiere. Das Land NRW, das mit 10 Prozent an dem Brückenkredit beteiligt war, nimmt demnach 2,68 Millionen Euro ein.

DHL droht Streik in Frankreich

16.30 Uhr: Die Fondsgesellschaft Aberdeen Immobilien hat ihre beiden offenen Immobilienfonds Degi International und Degi Europa wegen Liquiditätsproblemen komplett eingefroren. Für beide Fonds würden keine Anteile mehr ausgegeben oder zurückgenommen, teilte Aberdeen am Dienstag mit. Nach Angaben von Aberdeen zogen Investoren allein von Juni bis September 250 Millionen Euro ab, was die Liquidität des Fonds erheblich reduziert habe.

15.45 Uhr: Die US-Börsen sind schwächer in den Handel gestartet. Der Dow Jones  fiel in den ersten Handelsminuten 0,2 Prozent auf 10.382 Punkte. Der breiter aufgestellte Index Standard & Poor's 500 fiel 0,3 Prozent auf 1105 Punkte, der Index der Industriewerte Nasdaq  7,6 Prozent auf 2190 Zähler.

15.30 Uhr: In Frankreich haben die Gewerkschaften die Beschäftigten des Kurierdienstes DHL zum Streik aufgerufen. Die französischen Mitarbeiter bei der Tochter der Deutschen Post  sollten von Dienstag um Mitternacht für 24 Stunden die Arbeit niederlegen, erklärte die Gewerkschaft CGT. Grund sei der geplante Verkauf der Verluste schreibenden Paketauslieferungssparte. Betroffen seien 3500 Mitarbeiter. Die DHL-Führung bestätigte Verhandlungen mit möglichen Kaufinteressenten.

15 Uhr: Die USA haben im September einen deutlich höheren Zufluss an Kapital verbucht. Per Saldo hätten ausländische Investoren 133,5 Milliarden Dollar in den USA angelegt, teilte das Finanzministerium in Washington mit. Zudem wurde der Zufluss vom Vormonat deutlich nach oben revidiert. Er lag bei revidiert 25,3 Milliarden Dollar, nachdem zunächst 10,2 Milliarden Dollar angegeben wurden.

Löscher lobt Betriebsrat

14.30 Uhr: Der wirtschaftliche Erfolg Deutschlands sei eng mit dem konstruktiven Umgang von Arbeitgebern und Arbeitnehmern verknüpft, sagte Peter Löscher, der Chef von Siemens , bei einer Konferenz in Berlin. "Ich glaube dass gerade diese Krise noch einmal bestätigt, dass das ein wichtiger Wettbewerbsvorteil im internationalen Kontext ist." Die Betriebsratsspitze von Siemens fürchtet im neuen Geschäftsjahr einen weitreichenden Stellenabbau. Löscher äußerte sich am Dienstag dazu nicht. Er war den Befürchtungen im Oktober entgegengetreten.

14 Uhr: Die deutsche Vertriebstochter des Luxusmode-Herstellers Escada  hat Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Damit dürfte sie demnächst ebenfalls an die indische Industriellenfamilie Mittal veräußert werden. Die 33-jährige Megha Mittal, Schwiegertochter des milliardenschweren Stahlbarons Lakshmi Mittal, hatte Anfang November bereits alle wesentlichen Teile des Münchner Konzerns erworben. Nicht mitverkauft wurden bisher nur die Töchter in den USA, Großbritannien, Hongkong sowie der deutsche Vertrieb.

13 Uhr: Der französische Luxusgüter-Konzern PPR (Kurswerte anzeigen) will seine auf Afrika spezialisierte Sparte CFAO an die Börse bringen und damit bis zu eine Milliarde Euro einnehmen. Mit dem frischen Kapital sollten die Geschäfte ausgebaut und Schulden des Gesamtkonzerns abgebaut werden, teilte PPR mit. Zu der Firmengruppe gehört auch der Sportartikel-Hersteller Puma . Der Umsatz des Unternehmens belief sich 2008 auf 2,9 Millionen Euro, der operative Gewinn lag bei 277 Millionen Euro.

Ostdeutsche Wirtschaft erholt sich

12.45 Uhr: In der ostdeutschen Wirtschaft gibt es nach Einschätzung des Institutes für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erste Anzeichen für eine Erholung. Im dritten Quartal sei die Talsohle in Bezug auf die Produktion durchschritten worden, teilte das Institut in Halle mit. Erste Schätzungen deuteten auf eine Stabilisierung der Wirtschaft im vierten Quartal hin. Laut IWH konnte die ostdeutsche Industrie in den Monaten Juli bis September ihr Umsatzniveau vom zweiten Quartal halten. Ausschlaggebend dafür seien die Exporte gewesen, der Absatz im Inland sei dagegen zurückgegangen.

12.30 Uhr: Der Außenhandel der Eurozone hat sich im September überraschend positiv entwickelt. Die Handelsbilanz drehte unerwartet ins Plus, Exporte und Importe legten auf Monatssicht zu. Im Handel mit Drittländern verzeichnete die Eurozone ersten Schätzungen zufolge einen positiven Saldo von 3,7 Milliarden Euro nach einem Defizit von 2,3 Milliarden Euro im Vormonat, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat berichtete. Volkswirte hatten für September ein Minus von 2,3 Milliarden Euro prognostiziert.

12 Uhr: Russland will im Dezember eine neue Erdöl-Exportroute nach Asien eröffnen. Erstmals soll nach Angaben von Händlern eine Tankerladung sibirischen Öls über den neuen Pazifikhafen Kosmino verkauft werden. Damit treibt Russland die Diversifizierung seiner Energielieferungen voran und signalisiert Europa, dass der Wettbewerb um seine Rohstoffe weiter zunimmt.

11.45 Uhr: Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat in den ersten neun Monaten 2009 deutlich besser verdient als im Vorjahr. Unter dem Strich stieg das Ergebnis von 41 auf 237 Millionen Euro, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Das Konzernergebnis vor Steuern kletterte ebenso deutlich von 64 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 352 Millionen Euro. Das Ergebnis sei geprägt durch eine positive Entwicklung der operativen Erträge, einen konjunkturbedingt starken Anstieg der Risikovorsorge im Kreditgeschäft sowie kräftige Wertaufholungen bei Wertpapieren und Derivaten.

11.30 Uhr: Rund 50 Millionen Amerikaner hatten während der schweren Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr nicht immer genügend zu essen. Nach einer Studie des US-Landwirtschaftsministeriums verfügten 14,6 Prozent der Haushalte zeitweise nicht über genug Geld, um alle Mitglieder angemessen mit Nahrungsmitteln zu versorgen. "Diese Haushalte hatten im vergangenen Jahr wegen mangelnder Geldmittel zeitweise Schwierigkeiten, all ihre Mitglieder mit ausreichend Nahrungsmittel zu versorgen", heißt es in dem Bericht der Behörde.

Siemens hält den Ball flach

11 Uhr: Der Technologiekonzern Siemens (Kurswerte anzeigen) rechnet in den Industriemärkten nicht so schnell mit einer Rückkehr auf das Niveau von 2008. Die Kostenstruktur müsste an das neue mittelfristige Produktionsniveau angepasst werden, hieß es weiter.

10.30 Uhr: Kursverluste prägen das Bild an Europas Aktienmärkten. Für den Pariser CAC-40-Index  ging es zuletzt um 0,48 Prozent auf 3844 Zähler nach unten. Der FTSE 100  in London büßte ebenfalls 0,48 Prozent auf 5356 Punkte ein. Und der europäische Leitindex EuroStoxx 50  sinkt um 0,5 Prozent auf 2911Zähler.

9.30 Uhr: Der Software- und Serverhersteller IBM (Kurswerte anzeigen) stellt sich auf eine lange Flaute ein. "Es geht zwar nicht mehr abwärts, ein breiter Aufschwung ist aber auch noch nicht zu erkennen", sagte IBM-Softwarechef Steve Mills dem "Handelsblatt".

9 Uhr: Der britische Billigflieger Easyjet (Kurswerte anzeigen) hat zuletzt deutlich weniger verdient. In den zwölf Monaten bis Ende September sei der Gewinn vor Steuern und Sondereffekten vor allem wegen höherer Kerosinkosten und niedrigerer Zinseinkommen um 64,5 Prozent auf 43,7 Millionen Pfund gefallen, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz legte dagegen um 13 Prozent auf 2,67 Milliarden Pfund zu.

Lufthansa in Turbulenzen

7.30 Uhr: Die Deutsche Lufthansa  stimmt ihre Investoren auf eine Durststrecke ein. "2010 wird eine schwierige Herausforderung für uns werden", sagte Christoph Franz, Passagevorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Dax-Konzerns, der "Financial Times Deutschland". "Wir sind in der Lage, genügend Tickets abzusetzen, aber wir sind nicht in der Lage, dabei das Preisniveau zu heben. Und ich sehe offen gestanden auch keinerlei Tendenz für eine nachhaltige Erholung", sagte Franz. Das durchschnittliche Erlösniveau - also den Umsatz je Ticket - früherer Jahre werde die Lufthansa nie wieder erreichen.

7 Uhr: Der Versorger RWE  will den fehlgeschlagenen Expansionsversuch in den USA endgültig beenden und sich komplett von American Water trennen. Derzeit laufe die Platzierung von 37,4 Millionen American-Water-Aktien, teilte American Water mit. Zudem habe RWE den Investmentbanken eine Mehrzuteilungsoption von 3,7 Millionen weiteren Anteilen eingeräumt. Sollten auch diese platziert werden, hält RWE nach Angaben von American Water keine Anteile am US-Wasserversorger mehr.

6.30 Uhr: Die Ölpreise haben sich am Dienstag trotz leichter Kursverluste über der Marke von 78 Dollar gehalten. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember kostete im frühen Handel 78,62 Dollar. Das waren 25 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag.

6 Uhr: Die Aktienbörse in Tokio hat angesichts des schwächeren Dollars nachgegeben. Der Nikkei-Index (Kurswerte anzeigen) für 225 führende Werte gab nach anfänglichen Aufschlägen infolge der positiven Vorgaben der Wall Street nach und ging am Ende mit einem Minus von 0,63 Prozent beim Stand von 9729,93 Punkten aus dem Handel.

5 Uhr: Der Dollar (Kurswerte anzeigen) tendiert im asiatischen Handel leichter bei 89,06-10 Yen nach 89,56-57 Yen am späten Vortag. Der Euro verliert zeitgleich ein wenig an Boden gegenüber dem Dollar und kostet nunmehr 1,4953-57 Dollar nach 1,4983-84 Dollar am Vortag.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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