Sanierungsplan GM plant Auferstehung an der Börse

Das verstaatlichte Autounternehmen General Motors will im zweiten Halbjahr 2010 zurück an die Börse. Das hat GM-Chef Fritz Henderson angekündigt. GM werde deshalb bis spätestens Ende des Monats den Brückenkredit des deutschen Staats für Opel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vollständig zurückzahlen. Schwarz-Gelb reagiert reserviert.

Detroit - Trotz eines neuen Milliardenverlustes sieht sich die Opel-Mutter General Motors (GM) wieder im Aufwind. GM habe im dritten Quartal von Juli bis September zwar ein Minus von 1,5 Milliarden Dollar (770 Millionen Euro) eingefahren, wolle wegen des verbesserten Konjunkturumfelds aber bereits 2010 wieder an die Börse, teilte der Konzern am Montag in Detroit mit. Die Staatshilfen sollten früher als vorgesehen zurückgezahlt werden.

"Die Geschäfte laufen besser, als wir das beim Gang in die Insolvenz erwartet hatten", sagte GM-Chef Fritz Henderson. GM sei deshalb voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2010 "bereit" zur Rückkehr an die Börse, sagte Konzernchef Fritz Henderson. Abhängig sei der Börsengang aber vom Ergebnis des Unternehmens und der Lage auf den Finanzmärkten. Alle Investoren, die Geld in GM gesteckt hätten, also die US- und die kanadische Regierung, die Autogewerkschaft und die Gläubiger des "alten" Unternehmens GM, seien für den Börsengang, sagte Henderson.

GM werde deshalb auch bis spätestens Ende des Monats den Brückenkredit des deutschen Staats für Opel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro vollständig zurückzahlen, erklärte der Konzern. Von dem Kredit habe das Unternehmen 900 Millionen Euro in Anspruch genommen, von denen noch 400 Millionen Euro ausstünden. Darlehen der Regierungen der USA und Kanadas werde GM ab dem kommenden Monat im vierteljährlichen Raten begleichen. Im Dezember zahle GM eine erste Rate von 1,2 Milliarden US-Dollar.

GM könne die Staatshilfen "angesichts der weltweit besseren wirtschaftlichen Bedingungen, der sich stabilisierenden Verkäufe und der besseren Finanzlage" nun schneller als ursprünglich gedacht zurückzahlen, erklärte das Unternehmen. Henderson kündigte an, dass GM möglicherweise bereits bis Juni 2010 die ausstehenden Kredite an die US- und die kanadische Regierung in Höhe von insgesamt 8,1 Milliarden Dollar zurückzahlen könne.

GM bleibt aber bis auf weiteres allerdings ein Staatsunternehmen. Im Gegenzug für staatliche Milliardenhilfen ist es mittlerweile zu fast 61 Prozent in Händen der US-Regierung. Diese hatte etwa 50 Milliarden Dollar für Kredite und den Ankauf von Anteilen in das Unternehmen gesteckt. Der Traditionsautobauer war am 10. Juli nach nur 40 Tagen aus der Insolvenz entlassen worden.

FDP-Chef Guido Westerwelle sieht bei der Sanierung des angeschlagenen Autobauers Opel den US-Mutterkonzern General Motors (GM) am Zug. Bevor Blankoschecks des Steuerzahlers ausgestellt würden, müssten erst einmal tragfähige Konzepte für die Zukunft von Opel auf den Tisch, sagte Westerwelle am Montag nach einem Treffen der FDP-Parteispitze in Berlin.

Er unterstütze Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU), nach deren Ansicht neue Staatshilfen für Opel derzeit nicht zur Debatte stehen. GM müsse erst einmal das bereits gezahlte Geld "auf Heller und Pfennig, auf Euro und Cent" an Deutschland zurückzahlen.

Weltweit setzte GM in den ersten neun Monaten des Jahres 5,52 Millionen Fahrzeuge ab. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 6,66 Millionen gewesen. Von den europäischen GM-Marken Opel und Vauxhall wurden von Januar bis September 963.000 Fahrzeuge verkauft - gegenüber 1,21 Millionen im Vorjahresquartal.

manager-magazin.de mit Material von afp, ddp und reuters

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