Schmiergeldaffäre Mehr Zeit für ehemalige Siemens-Vorstände

Aufsichtsrat entscheidet erst im Dezember - Siemens gewährt ehemaligen Vorständen in der Schmiergeldaffäre mehr Zeit für ihr Einlenken. Bei sieben Managern steht eine Einigung weiterhin aus.

München - Mit möglichen Klagen gegen die ehemaligen Manager, die einer Schadensersatzforderung nicht nachkommen wollten, werde sich der Siemens-Aufsichtsrat erst in seiner turnusmäßigen Sitzung am 2. Dezember beschäftigen, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Freitag der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Bislang hatte der Dax-Konzern den ehemaligen Vorstandsmitgliedern nur bis Mitte November Zeit für einen Vergleich gegeben.

Drei Manager haben sich schon bereiterklärt, 500.000 Euro an Siemens  zu zahlen. Bei sieben Managern steht eine Einigung weiterhin aus, darunter die beiden ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld. Der Siemens-Sprecher wollte keine Angaben machen, ob weitere Ex-Manager Bereitschaft zum Vergleich signalisiert haben. "Aber wir sind sehr zuversichtlich, dass es zu weiteren Einigungen kommen wird", erklärte er.

Der frühere Vorstandschef Kleinfeld ist einem Zeitungsbericht zufolge zur Zahlung eines Schadenersatzes von zwei Millionen Euro bereit. In einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe) hieß es ohne Nennung von Quellen, andere Ex-Manager wollten offenbar ebenfalls einlenken. Dies gelte allerdings nicht für den langjährigen Konzernchef Pierer. Sein Nachfolger Kleinfeld hatte Siemens Mitte 2007 vorzeitig verlassen und leitet heute den US-Aluminiumkonzern Alcoa . Pierer hatte Ende Oktober klargemacht, seinem früheren Arbeitgeber die Stirn bieten zu wollen. Er habe die Vorwürfe, den Konzern unzureichend überwacht zu haben, "mehrfach und nachhaltig zurückgewiesen" und werde bei dieser Position bleiben, hatte der pensionierte Manager erklärt.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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