Samstag, 19. Oktober 2019

Opel GM will 10.000 Stellen abbauen

Der Mutterkonzern General Motors plant, rund 10.000 Stellen bei Opel zu streichen. Vizepräsident John Smith beschreibt das als Schlüssel zu mehr Profitabilität bei dem Autobauer. Derweil zeigt sich selbst der Chef des Opel-Aufsichtsrats, Carl-Peter Forster, überrascht von der Wende des US-Managements.

Frankfurt am Main - General Motors (GM) will rund 10.000 Stellen bei Opel in Europa streichen. Damit unterscheide sich der GM-Plan kaum von dem Vorhaben der Bieter Magna und der RHJI, sagte GM-Vizepräsident John Smith am Mittwoch in einer Telefonkonferenz.

In allen Konzepten sei man davon ausgegangen, dass die Strukturkosten um 30 Prozent gesenkt werden müssten. "Wir gehen alle davon aus, dass das den Abbau von rund 10.000 Stellen bedeutet, um Opel in eine profitable und tragfähige Situation zu bringen", sagte Smith und versprach: "Sie können davon ausgehen, dass genau diese Zahl auch im GM-Restrukturierungsplan stehen wird."

Derweil sagte der Opel-Aufsichtsratschef, Carl-Peter Forster, dass auch ihn die Entscheidung der GM-Führung, Opel nun doch zu behalten, überrascht habe: "Wir haben mit dieser Entscheidung nicht gerechnet", sagte er der "Bild"-Zeitung (Donnerstagsausgabe). Schnellstens müssten daher mit GM Verhandlungen aufgenommen werden, um offene Fragen zu klären. Dies werde einige Zeit dauern.

Trübe Aussichten: Die GM-Pläne werden konkreter
Forster rechnet mit massiven Einschnitten bei der Sanierung des deutschen Autobauers. "Wir hatten einen guten Sanierungsplan ausgehandelt, der auf dem Tisch lag und fertig war", sagte Forster weiter. "Jetzt besteht die Gefahr, dass die vernünftige Verteilung der Lasten wieder aufgeschnürt wird und alles von vorne beginnt. Sicher ist: Es wird auch bei dieser Lösung massive Einschnitte geben."

Zu seiner Zukunft bei Opel äußerte er sich zurückhaltend: Es sei kein Geheimnis, dass er einen Verkauf an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna für gut gehalten habe. "Ich werde in Ruhe nachdenken."

Die Aktien des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna haben am Mittwoch nach der Absage des Opel-Verkaufs kräftig zugelegt. Die Anteilsscheine kletterten an der Börse Toronto im Handelsverlauf um 7,4 Prozent auf 3,17 kanadische Dollar. Das Scheitern des Geschäfts könnte sich für Magna positiv auswirken, sagte ein Großaktionär des Autozulieferers, der namentlich nicht genannt werden wollte.

In der Vergangenheit habe es wegen des geplanten Kaufs des Rüsselsheimer Autobauers eine negative Stimmung unter den Investoren gegeben. Die Absage könnte die Stimmung nun wieder etwas aufhellen. Ein Investor sagte, der Markt habe Angst gehabt, dass Magna bei einer Übernahme Geld verloren hätte. Das kanadische Unternehmen könne sich nun wieder darauf konzentrieren, seinen Marktanteil im Autozuliefererbereich auszubauen.

manager-magazin.de mit material von dpa-afx und reuters

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