Modekonzern Escada-Verkauf vor der Entscheidung

Der Verkaufsprozess für den insolventen Damenmodekonzern Escada steuert auf die Entscheidung zu. Mittlerweile sind offenbar nur noch vier potenzielle Investoren im Rennen - darunter der Sohn von Firmengründer Wolfgang Ley.

München - In dieser Woche könnte es zu einem Abschluss kommen, hieß es am Sonntag in Finanzkreisen. Mittlerweile seien noch vier potenzielle Investoren im Rennen.

Escada hatte im August Insolvenzantrag gestellt, nachdem ein finanzieller Notplan für das Unternehmen gescheitert war. Der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Gerloff wollte zu der für Anfang November erwarteten Eröffnung des Insolvenzverfahrens einen Käufer für das Unternehmen gefunden haben.

Im Rennen sollen jetzt unter anderem noch Megha Mittal sein, die Schwiegertochter des indischen Stahlunternehmers Lakshmi Mittal. Auch der Sohn von Firmengründer Wolfgang Ley, Sven Ley, rechnet sich Chancen aus.

Insgesamt beschäftigt das Unternehmen weltweit mehr als 2.000 Menschen, davon rund 500 am Stammsitz in Aschheim bei München. Wieviele Mitarbeiter bei einem Verkauf übernommen werden, ist noch unklar.

Bei der Investorensuche hatte Gerloff auch auf die Hilfe der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG gesetzt, die Gespräche mit Interessenten führen sollte. In Kreisen potenzieller Investoren wurde am Sonntag Kritik an den Wirtschaftsprüfern und an Gerloff geäußert.

Es gebe Zweifel an der Kompetenz von Gerloff und an der Neutralität der KPMG, sie verzögere das Verfahren und gebe Informationen nicht weiter, hieß es. Dagegen vermuteten Branchenkenner dahinter eine Taktik, um auf der Zielgeraden des Verkaufsprozesses öffentlichen Druck zu erzeugen.

manager-magazin.de mit Material von dpa