Air France KLM Erste europäische Airline übernimmt A380

Unter strahlend blauem Himmel hat Air France KLM heute in Hamburg ihre erste A380-Maschine von Airbus übernommen. Die französische Gesellschaft hofft, dass der neue Flugzeugtyp hilft, die Krise zu überwinden. Insgesamt sind damit weltweit 20 Maschinen der A380 unterwegs.

Hamburg - Strahlender Sonnenschein in Hamburg-Finkenwerder, ein roter Teppich, ein paar hundert geladene Gäste, Sekt - und ein blitzblank geputzter Airbus A380 auf dem Rollfeld. Es sind Tage wie diese, an denen Luftfahrtmänner wie Airbus-Chef Thomas Enders oder Air France KLM-Aufsichtsratvorsitzender Jean-Cyril Spinetta die tiefe Krise ihrer Branche für ein paar Momente vergessen können.

Mit einer feierlichen Zeremonie wurde in Hamburg heute die erste A380 an die französische Fluglinie übergeben. Es ist gleichzeitig der erste Flieger dieses Typs überhaupt, der an eine europäische Gesellschaft geht. 19 Maschinen sind bereit für Singapur Airlines (10), Emirates (5) und Qantas (4) unterwegs.

Mit dem Riesenflieger, zu dem sich künftig in der Flotte von Air France KLM  noch elf weitere gesellen sollen, hofft die Gesellschaft auf Einsparungen und Effizienzsteigerungen. So sollen die Flieger beim Kampf gegen die Krise helfen.

"Jede A380 ermöglicht Air France eine Einsparung von 12 bis 15 Millionen Euro jährlich und gibt so im heutigen schwierigen Wirtschaftsklima Mittel frei, um der Krise zu widerstehen", sagt Air France KLM-Chef Pierre-Henri Gourgeon. Dazu beitragen soll zum Beispiel der sehr geringe Treibstoffverbrauch des Flugzeugs von weniger als drei Liter pro Passagier und hundert Kilometer.

Laut Airbus-Chef Enders wird es noch Jahrzehnte dauern, bis dies der Durchschnitt aller Flugzeuge weltweit sein kann. Die Folge: Die Kosten pro Sitz und Meile liegen laut Airbus etwa 20 Prozent unter denen der Konkurrenz.

"Air France wird ihren Kunden noch größeren Komfort bieten und gleichzeitig die Kosten unter Kontrolle halten", so Fluglinien-Chef Gourgeon.

Ein Rundgang durch die mit insgesamt 538 Sitzen ausgestattete Kabine zeigt: Zumindest der erste Teil des Versprechens wurde wohl eingehalten. Auf den 449 Plätzen der Economy-Class können es auch Großgewachsene einige Stunden aushalten. Das umfangreiche Bord-Entertainment trägt dazu bei.

Und wer es sich heute auf einem der 80 Business-Class- oder gar einem der neun First-Class-Sitze gemütlich gemacht hat, wird den Jungfernflug nach Paris vielleicht sogar als zu kurz empfinden. Die A380 ist eben ein Langstreckenflugzeug.