Tagesticker "640.000 Jobs dank Konjunkturprogramm"

Psychotherapeuthen und Ärzte kündigen ihre Hilfe für entlassene Quelle-Mitarbeiter an. Die US-Regierung feiert ihr Konjunkturprogramm. Nach seiner Rally vom Vortag baut der Dow Jones seine Verluste aus. Der Dax stürzt daraufhin ab. Verfolgen Sie den Tagesticker auf manager-magazin.de.

21.15 Uhr: Schlechte Konjunkturdaten und die dadurch erneut geschürte Angst vor einer nicht nachhaltigen Wirtschaftserholung haben am Freitag die US-Börsen auf steile Talfahrt geschickt. Der Dow Jones  schloss mit einem Minus von 2,5 Prozent auf 9712 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit einem Abschlag von 2,8 Prozent auf 1036 Zählern aus dem Handel. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 2,5 Prozent auf 2045 Stellen. Der Dax  war zuvor mit einem Minus von 3,1 Prozent auf 5414 Punkte aus dem Handel gegangen.

20.05 Uhr: Das Weiße Haus hat eine positive Zwischenbilanz seines milliardenschweren Konjunkturpakets gezogen. Seit seiner Verabschiedung im Februar habe das 787 Milliarden Dollar (532 Milliarden Euro) umfassende Programm mehr als 640.000 Jobs geschaffen oder erhalten, sagte Regierungssprecher Robert Gibbs am Freitag. Dies zeige, dass man auf gutem Wege sei, bis zum Ende nächsten Jahres die angepeilte Zahl von 3,5 Millionen Arbeitsplätzen durch Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Gesundheitswesen und grüne Technologieprojekte zu erreichen, so Gibbs.

19.45 Uhr: Der weltgrößte Biotechnologiekonzern Amgen  ist von 15 US-Bundesstaaten wegen Schmiergeldzahlungen verklagt worden. Der US-Konzern habe Ärzte und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen bestochen, eines seiner Medikamente gegen Blutarmut zu verschreiben.

19.35 Uhr: Der Frankfurter Flughafenkonzern Fraport  betreibt ab April 2010 den Airport der russischen Stadt St. Petersburg. Fraport-Chef Stefan Schulte habe am Freitag in St. Petersburg den Vertrag für Entwicklung, Modernisierung und Betrieb des viertgrößten russischen Flughafens Pulkowo unterzeichnet, teilte Fraport am Freitag mit. Insgesamt seien Investitionen von 1,4 Milliarden Euro geplant.

19.00 Uhr: Der für die US-Wirtschaft enorm wichtige Mittelstandsfinanzierer CIT hat sich mit dem aggressiven US-Investor Carl Icahn auf eine Milliardengarantie samt Rettungsplan geeinigt. Zuvor hatte CIT alle Angebote des Milliardärs stets scharf zurückgewiesen. Allerdings gehen Beobachter dennoch weiter von einer geordneten Insolvenz des Finanzierers aus. In dem sogenannten "Chapter 11"-Verfahren würde CIT mit Icahns Hilfe Altlasten abwerfen und den Neustart versuchen. Der Insolvenzantrag sei für diesen Sonntag oder den frühen Montagmorgen geplant, zitierte das "Wall Street Journal" am Freitag Insider.

18.20 Uhr: Nach langem Tauziehen zeichnet sich eine Verkaufslösung für die Mannheimer Traditionsbrauerei Eichbaum und zwei weitere Unternehmen des Mutterkonzerns Actris ab. Es gebe sehr gute Angebote aus dem jeweiligen Management der Firmen, teilte die Brauerei am Freitag mit. Demnach soll Eichbaum-Chef Jochen Keilbach die Brauerei gemeinsam mit einem Investor übernehmen. Sie gehört zum Mannheimer Mutterkonzern Actris, hinter dem SAP-Mitbegründer Hopp mehrheitlich steht.

18.05 Uhr: Der neue Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will das Schienennetz in Deutschland ausbauen. "Wir müssen froh sein, wenn wir wenigstens die Zuwächse im Güter- und Personenverkehr auf die Schiene bekommen", sagte Ramsauer der "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht vom Freitag. "Dafür muss man die Kapazitäten im Schienenbereich schaffen. Das heißt, wir müssen bauen", fügte er hinzu. Um insbesondere Investitionen ins Schienennetz schneller durchsetzen zu können, wolle er die Bürger und Anwohner stärker einbeziehen.

17.45 Uhr: Der Dax  ist am Freitag auf Talfahrt gegangen und hat in den letzten Handelsminuten hart um die Marke von 5400 Punkten gekämpft. Misstrauische Anleger hätten vor dem Wochenende rasch noch Gewinne eingestrichen, sagten Händler. Der Leitindex ging mit einem Minus von 3,09 Prozent auf 5415 Punkten aus dem Handel und verbuchte damit im Wochenverlauf einen Abschlag von 5,7 Prozent.

Escada hat neuen Käufer für Primera

17.30 Uhr: Nach der jüngsten Entlassung von mehr als 2000 Beschäftigten des Versandhauses Quelle hat die Psychiatrie der Uniklinik Erlangen einen 24-Stunden-Notdienst für Betroffeneeingerichtet. Für Notfälle stünden rund um die Uhr speziell geschulte Psychotherapeuten und Ärzte bei psychischen Problemen von Quelle- Mitarbeitern bereit. Der "Quelle-Notdienst" sei über die Pforte der Psychiatrischen und Psychotherapeutischen Klinik (09131-85-33001) zu erreichen.

17.15 Uhr: Der insolvente Luxusmodehersteller Escada  hat einen neuen Käufer für seine Tochter Primera gefunden. Statt der Beteiligungsgesellschaft mutares AG werde nun die Münchner Endurance Capital AG die Escada-Tochter mit den Marken apriori, cavita und Laurèl übernehmen, teilte Primera am Freitag in Münster mit. Von dem noch nicht vollzogenen Verkaufsvertrag mit mutares trete man zurück. Die Hintergründe für die Entscheidung wurden nicht genannt.

17 Uhr: Kurz vor Handelsschluss baut der Dax  seine Verluste auf fast 3 Prozent aus. Der Index gibt damit seine Gewinne des Vortages komplett wieder ab und fällt auf ein Wochentief. Zuletzt notierte der Dax bei 5426 Zählern.

15.30 Uhr: Die neuen Regeln für Bankgeschäfte, die an diesem Wochenende in Kraft treten, stoßen bei Verbraucherschützern auf Kritik. "Für Verbraucher bringen die neuen Regeln aber einige Verschlechterungen", sagte Frank-Christian Pauli, Finanzexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin. Zum Beispiel steige das Risiko bei Überweisungen. Auch bei Missbrauch der EC-Karte sollen Bankkunden stärker als bisher persönlich haften.

Chevrons Gewicht bricht ein

15.00 Uhr: In den USA hat sich das von der Uni Michigan erhobene Konsumklima im Oktober nicht so stark wie zunächst ermittelt eingetrübt. Der entsprechende Index sei von 73,5 Punkten im Vormonat auf 70,6 Zähler gefallen, teilte die Universität Michigan am Freitag mit. Damit wurde die Erstschätzung von 69,4 Punkten leicht nach oben revidiert. Die US-Börsen tendierten weiterhin im roten Bereich.

14.45 Uhr: Nach den größten Kursgewinnen seit drei Monaten sind die US-Börsen am Freitag mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Der Dow Jones  gab im frühen Handel 0,8 Prozent nach.

Belastend wirkten sich die neuen Zahlen zu den US-Verbraucherausgaben aus: Nach dem Auslaufen der staatlichen Abwrackprämie für Fahrzeuge schränkten die Konsumenten ihre Ausgaben im September zum ersten Mal seit fünf Monaten ein.

14.30 Uhr: Der US-Konzern Chevron  hat den Ölpreisverfall mit einem Gewinneinbruch zu spüren bekommen. Unter dem Strich verdiente die Nummer zwei der US-Ölbranche im dritten Quartal 3,83 Milliarden Dollar und damit nur halb so viel wie im Vorjahr. Zugleich sank der Umsatz um 41 Prozent auf 46,6 Milliarden Dollar und lag damit leicht unter den Erwartungen der Analysten. Die gesamte Ölindustrie kämpft mit den Auswirkungen der Rezession. Die Preise für Öl und Gas liegen derzeit deutlich unter den Rekordmarken von 2008.

14 Uhr: Die beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA wollen zu einer neuen Verkehrsgewerkschaft verschmelzen. Dies teilten die Spitzen beider Organisationen am Freitag in Frankfurt mit. Die neue Verkehrsgewerkschaft hätte rund 260.000 Mitglieder und soll unter dem Dach des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) arbeiten. Der neue Name steht noch nicht fest.

13 Uhr: Die Deutsche Post  hat sich in den Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi anscheinend geeinigt. Die Gewerkschaft und die Post hätten sich dabei für die 130.000 Tarifbeschäftigten auf eine Lohnerhöhung um 3,0 Prozent zum 1. Dezember 2009 geeinigt, berichtet die Tageszeitung "Die Welt" vorab. Auch die allgemein verbindliche Arbeitszeit der Postmitarbeiter von 38,5 Wochenstunden bleibe bestehen.

Daimler baut Beteiligung bei Kamaz aus

12 Uhr: Daimler (Kurswerte anzeigen) will offenbar seine Beteiligung am russischen Lkw-Hersteller Kamaz ausbauen. Der deutsche Autokonzern habe dies bei den russischen Behörden beantragt, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf den Leiter der russischen Kartellaufsicht. Daimler, der weltgrößte Lkw-Hersteller nach Umsatz, hatte im Dezember einen Anteil von 10 Prozent an der OAO Kamaz erworben, um in den Schwellenländern weiter zu expandieren.

11 Uhr: Die Bundesregierung lässt eine mögliche Nullrunde für die rund 20 Millionen Rentner im kommenden Jahr offen. "Wir müssen abwarten, und im März 2010 wird man Genaueres wissen", sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums in Berlin. Die Bundesregierung gehe derzeit zwar von leicht sinkenden Löhnen pro Kopf aus. Daraus aber auf eine Anpassung der Rente zu schließen, sei verfrüht. "Die Rentengarantie bleibt natürlich bestehen."

10 Uhr: Die größte deutsche Landesbank LBBW beginnt mit dem Verkauf von Beteiligungen. Der Branchenprimus reagiert damit auf den Druck der Europäischen Kommission. Ihren 20-prozentigen Anteil an der Berliner Quirin-Bank gebe das Institut an den belgischen Finanzinvestor RHJ International ab, bestätigte ein LBBW-Sprecher.

9.35 Uhr: Die Post-Logistiksparte DHL hat den Versand von Quelle-Waren offenbar vorerst gestoppt. Sprecher des Quelle-Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg und DHL wollten die Informationen weder bestätigen noch dementieren, verwiesen aber auf laufende Gespräche zwischen beiden Unternehmen, in denen alles geklärt werden solle.

9.05 Uhr: Der Dax (Kurswerte anzeigen) ist mit leichten Kursverlusten in den Handel gestartet. Der Leitindex lag am Morgen 0,2 Prozent im Minus bei 5575 Punkten, nachdem er am Vortag um 1,7 Prozent gestiegen war. Die Gewinnerliste im Dax führten die Aktien von Infineon an mit einem Plus von 4,8 Prozent. Gefragt waren auch Commerzbank, die um rund 3 Prozent zulegten.

Bosch-Beschäftigte in Angst

8.45 Uhr: Mehr als 1000 Menschen haben vor dem Tor des Bosch-Werks Salzgitter für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Sie protestierten damit gegen Pläne der Konzernleitung, an dem Standort bis 2012 mehr als 700 der jetzt 1900 Arbeitsplätze zu streichen.

8.30 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) will Zusatzgewinne der Energiekonzerne durch eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken einkassieren und teilweise in den Ausbau erneuerbarer Energien investieren. "Längere Laufzeiten bei zumeist abgeschriebenen Kernkraftwerken bringen den Betreibern einen unverhofft großen Zusatzgewinn", sagte Brüderle dem "Handelsblatt".

8.15 Uhr: Der drittgrößte Kreditgeber in der Region Zentral- und Osteuropa will über eine Kapitalerhöhung bis zu 1,65 Milliarden Euro einnehmen und damit seine Finanzdecke stärken. Die österreichische Erste Bank bereiten derzeit Verluste bei Krediten in den Ländern Zentral- und Osteuropas Schwierigkeiten. Experten rechnen bis in das kommende Jahr hinein mit einer Ausweitung der Forderungsausfälle in der Region.

8 Uhr: Die US-Ölpreise haben sich am Freitag nach einem deutlichen Anstieg am Vortag knapp unter der Marke von 80 Dollar gehalten. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember stieg im asiatischen Handel auf 79,94 Dollar - das sind 7 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Nachdem das Wirtschaftswachstum in den USA im dritten Quartal deutlich höher als erwartet ausgefallen ist, waren die Ölpreise am Donnerstag um mehr als zwei Dollar gestiegen.

7.45 Uhr: In Japan ist die Arbeitslosenquote zurückgegangen. Wie die Regierung bekanntgab, sank die Quote im September unerwartet von 5,5 Prozent im Vormonat auf 5,3 Prozent und damit im nunmehr zweiten Monat in Folge. Hintergrund ist die steigende Produktion angesichts zunehmender Exporte.

7.15 Uhr: Auch an Asiens Börsen sorgte die Erholung der US-Konjunktur für Erleichterung. Der Tokioter Nikkei  kletterte am Freitag bis kurz vor Handelsschluss um 1,5 Prozent, der chinesische SSE legte um 1,7 Prozent zu.

7 Uhr: Der Dax  dürfte am Freitag nach Einschätzung von Händlern mit leichten Kursgewinnen in den Handel starten. Der Leitindex hatte am Donnerstag von Konjunkturdaten aus den USA profitiert und 1,7 Prozent höher bei 5587 Punkten geschlossen. Die US-Wirtschaft war im dritten Quartal stärker als erwartet gewachsen.

Auch an der Wall Street herrschte gute Stimmung. Der Dow Jones  gewann 2 Prozent, der S&P 500 2,3 Prozent und der Nasdaq-Composite 1,8 Prozent. Nach Börsenschluss in Europa hatten die US-Börsen ihre Gewinne noch ausgebaut.

manager-magazin.de mit Material der Nachrichtenagenturen

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