Konjunkturbarometer DIW verbreitet Optimismus

Die Wirtschaftsleistung wächst, getrieben vor allem vom Produzierenden Gewerbe. Grund genug für die Wirtschaftsforscher vom DIW, mit einem leichten Aufschwung zu rechnen. Allerdings werde es demnach noch eine Weile dauern, bis das Vorkrisenniveau erreicht ist. Entscheidend seien Impulse der öffentlichen Hand.

Berlin - Die deutsche Wirtschaft hat nach Einschätzung des Berliner DIW im Sommer an Fahrt gewonnen. Die Wirtschaftsleistung sei wohl um 0,8 Prozent gewachsen, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch zu seinem Konjunkturbarometer mit.

Damit zeigten sich die Forscher noch etwas optimistischer als im September. "Seit dem Tiefstand im Frühjahr konnte die ökonomische Aktivität in Deutschland damit zwar um gut ein Prozent zulegen", schrieben sie. "Sie bewegt sich aber immer noch um knapp fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau."

Wachstumstreiber von Juli bis September sei das Produzierende Gewerbe gewesen, das um 2,5 Prozent zulegen dürfte. Allerdings reiche dies bei weitem nicht aus, um die starken Einbrüche vom Jahreswechsel auszugleichen: "Insgesamt benötigen die Industriesektoren bei dieser Expansionsrate gut zwei Jahre, um den derzeitigen Produktionsrückstand gegenüber dem Vorkrisenniveau aufzuholen", schrieben die Forscher. Weil aber in den kommenden Quartalen mit einer weniger dynamischen Erholung zu rechnen sei, dürfte sich der Aufholprozess sogar noch länger hinziehen.

Auch bei Bau und Dienstleistern sei mit Wachstum zu rechnen. Für den Bausektor sagen die Forscher Zuwächse von 0,4 Prozent voraus. Entscheidend seien dafür öffentliche Investitionsimpulse, welche die Schwäche bei Wirtschafts- und Wohnbau wettmachten. Für Handel, Gaststätten und Verkehr sei mit 0,2 Prozent Wachstum zu rechnen.

Auch die öffentlichen und privaten Dienstleister dürften um 0,2 Prozent zulegen, im Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister erwarten die Forscher ein Plus von 0,3 Prozent. Die deutsche Wirtschaft hat sich im Frühjahr überraschend aus der Rezession gelöst, und zuletzt mehrten sich die Anzeichen für eine kräftige Belebung. Die Bundesregierung sowie zahlreiche Forschungsinstitute und Banken hoben daraufhin ihre Prognosen für das laufende Jahr und für 2010 an. Mit einem Rückgang von 5,0 Prozent erwartet die Regierung aber für 2009 immer noch den schärfsten Einbruch seit Gründung der Bundesrepublik.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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