Sal. Oppenheim Deutsche Bank übernimmt 100 Prozent

Die Deutsche Bank übernimmt die angeschlagene Privatbank Sal. Oppenheim und steigt zur deutschen Nummer eins im Geschäft mit reichen Privatkunden auf. Dafür greift der Branchenprimus tief in die Tasche und zahlt für die komplette Übernahme der Sal.-Oppenheim-Gruppe eine Milliarde Euro.

Frankfurt am Main - Das teilte Deutschlands größte Bank am Mittwoch nach Abschluss eines Rahmenvertrages mit. Mit dem Kauf verdoppelt die Bank nahezu das von ihr verwaltete Geld der Schwerreichen. Sal. Oppenheim betreut rund 135 Milliarden Euro Kundengelder.

Die Vermögensverwaltung ist das Kernstück der 220 Jahre alten Traditionsbank, für das sich die Deutsche Bank  interessiert. Dieser Geschäftsbereich soll "unter der etablierten Marke der traditionsreichen Privatbank weitergeführt und ausgebaut" werden, wie die Bank mitteilte. Der Branchenprimus stärkt seit Monaten konsequent sein Privatkundengeschäft. Erst kaufte das Institut die Berliner Bank, dann die Norisbank und zuletzt die Postbank . Nun kommt das lukrative Geschäft mit den besonders Vermögenden hinzu. Das zweite Standbein von Sal. Oppenheim, das Investmentbanking, soll dagegen verkauft werden.

Die Alteigentümer von Sal. Oppenheim haben langfristig die Option sich mit bis zu 20 Prozent am Kern der Traditionsbank - dem in Köln angesiedelten Geschäft mit vermögenden Kunden - zu beteiligen. Die erst vor wenigen Jahren aus Steuergründen gegründete Holding in Luxemburg, an der unter anderem die Frankfurter BHF-Bank hängt, fällt hingegen zu 100 Prozent an die Deutsche Bank. Der Verkauf solle im ersten Quartal 2010 abgeschlossen werden. Der Preis kann auch in Aktien gezahlt werden.

Sal. Oppenheim hatte sich im vergangenen Jahr kräftig verspekuliert, unter anderem beim insolventen Handelskonzern Arcandor . Die Eigentümerfamilien hatten daraufhin mehrfach frisches Geld in die Bank stecken müssen. Die Deutsche Bank half bereits mit Krediten von insgesamt 650 Millionen Euro aus. Oppenheim hat 4400 Mitarbeiter.

Die Deutsche Bank wird für zusätzliche 300 Millionen Euro von den Sal.-Oppenheim-Eignern direkt andere Elemente wie die BHF Asset Servicing übernehmen, die Wertpapiere verwahrt und von der Deutschen Bank später weiterverkauft werden soll. Die Deutsche Bank bezeichnete die Gesellschaft als "durchlaufenden Posten".

manager-magazin.de mit Material der dpa

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