Northern Rock EU zerschlägt Pleitebank

Eine gute Bank, eine schlechte für die Schrottpapiere: Die britische Krisenbank Northern Rock wird nach dem bekannten Muster aufgespalten. Die EU-Kommission genehmigte unter diesen Umständen staatliche Milliardenhilfen.

Brüssel/London - Die krisengeschüttelte britische Hypothekenbank Northern Rock  wird zerschlagen. Die EU-Kommission billigte am Mittwoch in Brüssel die Aufspaltung des komplett verstaatlichten Geldhauses in eine "gute Bank" zur Weiterführung der Geschäfte und eine "Bad Bank" für Schrottpapiere. Der Zeitplan für die Zerschlagung sei "Geschäftsgeheimnis", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.

Milliardenschwere Hilfen für die Bank sind im Gegenzug mit EU-Recht vereinbar, berichtete die Kommission. Die finanzielle Unterstützung der britischen Regierung umfasse Rekapitalisierungsmaßnahmen von bis zu drei Milliarden britischen Pfund (3,3 Mrd. Euro), Liquiditätshilfen von bis zu 27 Milliarden Pfund sowie Garantien für Schuldverschreibungen über mehrere Milliarden Pfund. Die "gute" Northern Rock werde etwa ein Viertel des Vor-Krisen-Geschäfts weiterführen.

Bankchef Gary Hoffman erklärte in London, die Billigung der EU sei ein "wichtiger und positiver Schritt". Der finanzpolitische Sprecher der oppositionellen Liberaldemokraten, Vince Cable, kritisierte hingegen, Steuerzahler drohten auf der Last sitzenzubleiben: "Ich befürchte, dass die besseren Teile der Bank für wenig Geld an einen privaten Käufer gehen, und der Müll bleibt beim Steuerzahler."

Laut britischen Medien dürften auch die teilverstaatlichten Banken Royal Bank of Scotland  und Lloyds  aufgespalten werden. Der Sprecher von Kroes sagte, zu diesen Fällen gebe es in Brüssel noch keine Entscheidungen.

Die Kommission hatte die Überprüfung zu Northern Rock im April 2008 begonnen und im Mai des laufenden Jahres noch ausgeweitet. Kroes sagte: "Die Insolvenz der Northern Rock hätte äußerst schwerwiegende Auswirkungen auf den britischen Hypothekenmarkt und die finanzielle Stabilität der britischen Wirtschaft insgesamt." Mit der Aufspaltung und der verminderten Präsenz könne das Geldhaus auf lange Sicht wieder rentabel werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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