Wandelanleihe Tui beschafft sich frisches Geld

Reiseunlust und Handelsflaute setzen Tui zu - nun besorgt sich der Mischkonzern frisches Geld. Über eine Wandelanleihe will das Unternehmen 250 Millionen Euro einspielen. Trotz der Schwierigkeiten hat Tui zuletzt offenbar schwarze Zahlen geschrieben.

Hannover - Der Reisekonzern Tui  will sich mit der Ausgabe einer Wandelanleihe finanziellen Spielraum verschaffen. Die Anleihe soll 250 Millionen Euro einbringen und über fünf Jahre laufen, wie der MDax-Konzern am Mittwoch in Hannover mitteilte.

Dem Papier liegen den Angaben zufolge bis zu 39,1 Millionen Tui-Aktien zugrunde. Derzeit befinden sich rund 251 Millionen Aktien im Umlauf. Die Wandelanleihe soll von diesem Donnerstag bis 11. November über Bezugsrechte den Aktionären des Konzerns angeboten werden. Zugleich bekräftigte Tui, das Rumpfgeschäftsjahr bis Ende September mit einem Gewinn abschließen zu wollen. Die Aktie notierte zunächst kaum verändert mit minus 6,15 Prozent bei 5,110 Euro.

Mit der neuen Wandelanleihe will das Unternehmen das Fälligkeitenprofil seiner Schuldenlast verlängern. Das Geld soll für allgemeine Geschäftszwecke verwendet werden. Aktionäre sollen für je 65 Tui-Aktien je eine Wandelanleihe zeichnen dürfen, die anfänglich zur Wandlung in 10 neue Aktien berechtigt. Die endgültigen Bezugsbedingungen will Tui spätestens am 6. November festlegen.

Tui hat sein im September beendetes Rumpfgeschäftsjahr derweil offenbar mit einem Gewinn abgeschlossen. Der Vorstand habe dem Aufsichtsrat gegenüber bestätigt, dass für den Zeitraum Januar bis September ein positives Konzernergebnis zu erwarten sei, teilte Tui am Mittwoch mit.

Der Gewinn des Kerngeschäftsfelds Touristik werde allerdings leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Aus der Beteiligung an der der Reederei Hapag-Lloyd seien negative Ergebnisbeiträge zu erwarten. "Der Vorstand rechnet allerdings damit, dass das Ergebnis der Hapag-Lloyd besser ausfallen wird als zunächst erwartet", so das Unternehmen. Grund sei neben einer Stabilisierung der Frachtraten das rund 1,1 Milliarden US-Dollar schwere Sparprogramm.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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