Freitag, 6. Dezember 2019

Autoindustrie VW vor Karmann-Übernahme?

Hoffnungsschimmer in Osnabrück. Der Autokonzern Volkswagen will einem Medienbericht vom Wochenende zufolge den insolventen Cabriospezialisten Karmann übernehmen.

Angeschlagen: Karmann droht ohne frisches Geld schon am 1. November die endgültige Schließung
Hamburg/Osnabrück - Der Wolfsburger Konzern biete einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag, berichtet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL am Samstag vorab. Karmann droht ohne frisches Geld schon am 1. November die endgültige Schließung. Dann würden die verbliebenen 1600 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Entlassung der Hälfte von ihnen ist ohnehin geplant.

Die Zukunft des Unternehmens hänge nun von den drei Eigentümerfamilien Battenfeld, Boll und Karmann ab, an deren unrealistischen Forderungen nach Ansicht von VW-Managern bisher eine Übernahme scheiterte, wie das Magazin weiter berichtet. Die Familien sollen nahezu hundert Millionen Euro für das marode Unternehmen verlangen. Volkswagen Börsen-Chart zeigen sei aber zu keinerlei Verhandlungen über den angebotenen Kaufpreis bereit. "Entweder sie akzeptieren, oder das war es", zitiert das Blatt einen VW-Manager.

Nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe) habe zumindest BMW Börsen-Chart zeigen zwischenzeitlich offene Rechnungen bezahlt. Der Stuttgarter Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen wolle mit Karmann am Montag über eine "Gesamtlösung" sprechen. Ob das ausreicht, das kriselnde Unternehmen über den 1. November hinaus zu retten, sei unklar. Daimler schulde Karmann einen zweistelligen Millionenbetrag. Aus Branchenkreisen heißt es, Daimler halte das Geld wegen möglicher Schadenersatzansprüche gegen Karmann zurück.

Normalerweise hätte Karmann Geld zurücklegen müssen, um im Fall von fehlerhaft produzierten Autos Schadensersatz an den Vertragspartner Daimler leisten zu können. In der Branche sei das so üblich. Möglicherweise war das aber Karmann aufgrund der Insolvenz nicht möglich. Daraufhin habe offensichtlich Daimler das Geld vorsorglich von der Auftragssumme abgezogen und als Sicherheit zurückbehalten.

manager-magazin.de mit Material von ddp

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